<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663</id><updated>2012-01-20T09:13:52.267+01:00</updated><category term='Über Krimi'/><category term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Artikel von Richard Lifka</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>38</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-9017251287630501408</id><published>2012-01-20T09:13:00.001+01:00</published><updated>2012-01-20T09:13:52.304+01:00</updated><title type='text'>Schriftsteller Andreas Maier las aus „Das Haus“</title><content type='html'>&lt;h3&gt;&amp;#160;&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;20.01.2012 - WIESBADEN&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Andreas Maier ist in Wiesbaden wahrlich kein Unbekannter. Nicht nur, dass er im Wintersemester 2007/2008 Poetikdozent an der Hochschule RheinMain war, stellt er auch in regelmäßigen Abständen seine Werke in der Landeshauptstadt vor. Tingeln, nennt er es. Ein Autor schreibt einen Roman und dann „tingelt“ er ihn ab. Er reist von Stadt zu Stadt und liest daraus, gibt Interviews und beantwortet Fragen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nicht genügend Plätze&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie offen und ehrlich er die Fragen der Moderatorin und Literaturwissenschaftlerin Ina Hartwig beantwortete, war schon sehr beeindruckend für die vielen Gäste im Literaturhaus. Die Neugier auf sein neues Buch war so groß, dass es nicht genügend Plätze gab. Schließlich ging es um den zweiten Teil des unter dem Arbeitstitel angelegten Großwerks „Ortsumgehung“. Elf Titel insgesamt sind geplant. Nach dem ersten „Das Zimmer“ nun „Das Haus“. Gewappnet mit einem gefüllten Glas Rotwein, das sich Maier wohl inszeniert nachträglich noch selbst besorgt hatte, begann er zu lesen. Zunächst jedoch nicht aus dem angekündigten Buch. Er trug eine Kolumne vor, die er für die Literaturzeitung „Volltext“ geschrieben hatte.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein witzig-ironischer Text über tingelnde Schriftsteller, die massenhaft Bücher schreiben und verkaufen, die aber keiner kennt. Verglichen beispielsweise mit Berühmtheiten wie Rex Gildo, seien Autoren wie Martin Walser, Thomas Bernhard oder er selbst in der Öffentlichkeit unbekannt; niemand würde sie auf der Straße erkennen, nie bekämen sie Titelseiten in der Bildzeitung.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der kleine Andy litt&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nach diesem Lamento über die armen Poeten ging der in Bad Nauheim geborene Schriftsteller direkt in „Das Haus“. Er stellte den kleinen „Andy“ vor, wie der seine Kindheit erlebte, sich weigerte zu sprechen, unter der Abwesenheit der Eltern litt und es gleichzeitig genoss, in Ruhe gelassen zu werden. Ein Junge, der die Zwänge der Schule hasste und deshalb oft fehlte, für den das verpflichtend gemeinsame Abendessen eine tägliche Drangsal darstellte. Ein Kind, das nur Glück empfand, wenn es einsam und alleine im Keller seinen Fantasien nachgehen konnte. Seine Geschwister seien genauso problematische Menschen gewesen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Traumatische Kindheit&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Behutsam ironisch und in liebevollen Detailbeschreibungen entsteht das Bild einer traumatischen Kindheit, das sich aus Erinnertem, Erzähltem, Gehörtem und Vermutetem zusammensetzt. Das klingt alles sehr autobiografisch und wollte auch so von Ina Hartwig beim anschließenden Gespräch herausgearbeitet werden. Dagegen wehrte sich Andreas Maier zu Recht und dezidiert. „Andy“ sei eine Kunstfigur, der Roman Fiktion, in die natürlich des Autors Lebenserfahrungen und -erinnerungen einfließen, bewusst oder unbewusst.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Lust auf „Die Straße“&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In jedem Falle war es eine unterhaltsame Veranstaltung mit spannenden und eindrucksvollen Einblicken in den zweiten Teil der „Ortsumgehung“, Maiers Panoptikum unserer Welt. Ein Abend der Lust machte, nicht nur das Buch zu lesen, sondern das Bedürfnis hinterließ zu wissen, wie es in „Die Straße“ wohl weitergeht.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-9017251287630501408?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/9017251287630501408'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/9017251287630501408'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2012/01/schriftsteller-andreas-maier-las-aus.html' title='Schriftsteller Andreas Maier las aus „Das Haus“'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-6184693367499672427</id><published>2011-11-24T09:51:00.001+01:00</published><updated>2011-11-24T10:03:06.603+01:00</updated><title type='text'>Elfen werden zu Elitekriegern</title><content type='html'>&lt;p&gt;&lt;img border="0" src="http://www.main-rheiner.de/static_pics/kopf_108.gif" width="468" height="30" /&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;FANTASY Bernhard Hennen bei Hugendubel    &lt;br /&gt;Vom 24.11.2011     &lt;br /&gt;Von Richard Lifka &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wiesbaden. Die Buchhandlung Hugendubel hatte sich in eine verwunschene Welt verwandelt. Vor rotem Samt, zwischen Schwertern, Schildern und Teilen von Ritterrüstungen bestieg ein schwarzgewandeter Zauberer mit Brille und Wuschelkopf die kleine Bühne, begleitet von einem feenhaften Fabelwesen. Es zupfte die mitgebrachte Laute und lockte sirenengleich mit lyrischem Gesang die Zuhörer ins Reich der Alben und Elfen. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Zauberer heißt mit bürgerlichem Namen Bernhard Hennen, die Sopranistin Maite Itoiz. Der erfolgreiche Autor von zahlreichen Fantasy-Romanen war gekommen, um den ersten Teil der neuen Trilogie »Drachenelfen« vorzustellen. Hennen erklärte seinem figuren- und geschichtensicheren Publikum, dass er in diesem Epos zeitlich zurückgesprungen sei, nämlich in die Frühzeit von Albenmark, als dort noch Drachen herrschten und die Elfen deren Diener waren. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Welt ist bedroht &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Diese Welt ist bedroht, so dass die Elfen in der Schule &amp;quot;Die Weiße Halle&amp;quot; zu Elitekriegern ausgebildet werden. Zunächst konspirieren sie mit den Drachen, um dann selbst nach der Macht zu greifen. Es kommt zu den legendären Drachenkriegen, in denen sich die Figuren Nandale, Emerelle und Farrach zu ungewöhnlichen Persönlichkeiten entwickeln. Die zwei vorgelesenen Textpassagen, die in eben jener Weißen Halle spielen, waren bewusst kurz gehalten, sollte doch mehr das Gespräch des Publikums mit dem Schriftsteller im Mittelpunkt stehen (das Buch kann ja jeder lesen). &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Selbstbewusst und sich seiner Wirkung und der Fangemeinde sicher, agierte der in Krefeld geborene Künstler zwischen den Welten. Einmal völlig versunken in das Reich der Fantasie, untermalt mit fabelhafter Musik und eindringlichem Gesang der Spanierin Maite Itoiz, dann wieder zurück in der Realität der Menschen, mit Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Schwert kommt Publikum nah &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Er bezeichnete sich als fantastischen Realisten, dessen Romane einerseits zwar in erfundenen Sphären spielten, andererseits innerhalb jener Welten dennoch sehr realistisch seien, was er am Beispiel eines Luftröhrenschnitts erläuterte. Abgerundet wurde dieser gelungene und wunderbare Abend durch die Vorführung einer Taijiquan-Übung (chinesische innere Kampfkunst) mit einem Schwert, das besonders den Gästen in der ersten Reihe bedrohlich nahe kam. Wie zu ahnen war, wirkte aber auch hier der Zauber der verwunschenen Nacht und niemand verletzte sich. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.wiesbadener-kurier.de/region/kultur/literatur/img11387974.htm" target="_blank"&gt;Foto&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-6184693367499672427?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6184693367499672427'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6184693367499672427'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/11/elfen-werden-zu-elitekriegern.html' title='Elfen werden zu Elitekriegern'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-1645315912412387995</id><published>2011-11-10T11:15:00.001+01:00</published><updated>2011-11-10T11:15:42.931+01:00</updated><title type='text'>Auf dem Mumienschlepper</title><content type='html'>&lt;p&gt;   &lt;br /&gt;LESUNG Christoph Maria Herbst und sein &amp;quot;Traum von einem Schiff&amp;quot; im Kulturpalast Wiesbaden    &lt;br /&gt;Vom 08.11.2011    &lt;br /&gt;Von Richard Lifka &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wiesbaden. In stürmischen Böen fegte der Wind am Sonntagabend um den Betonklotz, der sich großspurig Kulturpalast nennt, wirbelte Blätter auf und signalisierte: Der Herbst kommt. Und Herbst kam. Na ja, sicherlich kein ganz neuer Kalauer und vor allem kein so gut gelungener, wie die, die neunzig Minuten lang in dem weiträumigen Saal auf die Zuhörer herniederprasselten. Christoph Maria Herbst las albtraumhafte Begegnungen aus seinem Buch &amp;quot;Ein Traum von einem Schiff&amp;quot;. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sarkastischer Einstieg &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Schon bei seinem Erscheinen tobten die zahlreich erschienenen Fans des Stromberg-Darstellers, der auch wie erwartet sarkastisch einstieg und die Gäste begrüßte: &amp;quot;Freue mich hier sein zu dürfen, hier in ... wie heißt die Stadt noch gleich? Egal, jedenfalls nicht Mainz.&amp;quot; War es Zufall, dass der scharfzüngige Schauspieler gerade an diesem Abend in Wiesbaden weilte, an dem aus der Stadt auf der anderen Rheinseite die Jubiläumsfolge von &amp;quot;Das Traumschiff&amp;quot; ausgestrahlt wurde? Denn es war das ZDF, das per Gerichtsbeschluss ein Verbot des Buches durchsetzte, das seit Februar mit geschwärzten Passagen wieder im Handel ist. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was Herbst darbot, war die Interpretation seiner traumatischen Erlebnisse rund um die Dreharbeiten zu einer Fernsehfolge &amp;quot;Das Traumschiff&amp;quot;. Ein Heer von sabbernden und muffelnden Greisen schienen sich auf dem Deck des Luxusschiffs versammelt zu haben. Zugegebenermaßen erscheint seine literarische Verarbeitung manchmal derb und heftig (MS stehe für Mumienschlepper), teilweise als angriffslustige Kollegenschelte (manche konnten ihren Text aus &amp;quot;hochprozentigen&amp;quot; Gründen nicht), ansonsten war es ein wohl inszeniertes Gewitter aus geistreichen Wortspielen, humorvollen Slapstickszenen und sehr viel Selbstironie (&amp;quot;.danach klang meine Würde nach Konjunktiv&amp;quot;). &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Fast auswendig gespielt &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Denn das war es, eine Inszenierung, weit entfernt von einer Lesung, wie man sie üblicherweise erwartet. Fast auswendig spielte er vor, was er geschrieben hatte, vor allem aber auch, was nicht im Buche steht. Das luftverbrennende Lachen des Produzenten Wolfgang Rademann wirkt gelesen sicherlich weniger humorvoll, genauso wie der Dialog in einer Drehpause auf der MS Deutschland zwischen einem aus der Eifel stammenden Metzger, der unbedingt Schauspieler werden will und für Christoph Maria Herbst so zur Lachnummer wird. Ärgerlich war eigentlich nur, dass es keine Werbeunterbrechungen gab, wie es der Stromberg-SerienLiebhaber scheinbar gewohnt ist, denn es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen des Publikums, wohin auch immer. Aber, um frei nach Herbst zu enden: Dies ist das Leben und das Leben ist ein Glück. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-1645315912412387995?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1645315912412387995'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1645315912412387995'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/11/auf-dem-mumienschlepper.html' title='Auf dem Mumienschlepper'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-6826054919609031776</id><published>2011-10-27T13:33:00.000+02:00</published><updated>2011-11-07T12:36:21.212+01:00</updated><title type='text'>Immerwährender Balanceakt</title><content type='html'>&lt;p&gt;VORTRAG Über die Sprache in den Printmedien    &lt;br /&gt;Vom 27.10.2011     &lt;br /&gt;Von Richard Lifka &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wiesbaden. In ihrer Themenreihe &amp;quot;Sprache und Medien&amp;quot; hatte die GfdS Dienstagabend zu einem Vortrag über die Sprache der Printmedien eingeladen. Wer sei besser dafür geeignet als Viola Bolduan, so Lutz Kuntzsch, Mitarbeiter der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), der die Gäste im voll besetzten Literaturhaus begrüßte und die Leiterin der Feuilletonredaktion des Wiesbadener Kurier vorstellte. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wer einen trockenen, wissenschaftlichen Vortrag erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Wohl strukturiert, locker, manchmal humorvoll, referierte Bolduan, was die Sprache einer Tageszeitung ausmacht, was sie beeinflusst, wie und warum sie so aufs Papier gelangt, wie wir sie jeden Morgen zu lesen bekommen. Aus zwei Quellen fließe das zusammen, was den Zeitungsartikel ausmacht. Die von &amp;quot;außen&amp;quot; eintreffenden Mitteilungen, wie offizielle Verlautbarungen oder Meldungen der Presseagenturen, sind in deren eigenen Sprachgebrauch verfasst, genauso wie die von &amp;quot;innen&amp;quot; kommenden Beiträge der freien Mitarbeiter/innen und der Redakteure/innen. So vielfältig jene Texte seien, so unterschiedlich sei auch der jeweilige Sprachstil, bedingt von den Voraussetzungen im Kopf des schreibenden Individuums, wie von der behandelten Thematik. All dies komme in der Redaktion zusammen und treffe auf das Format Zeitung. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Einerseits muss alles layouttauglich sein, die klar umrissenen Grenzen einhalten, wie Seitenaufteilung, Zeilenanzahl, Überschriften, Bilder usw., andererseits dem Anspruch allgemeiner Verständlichkeit genügen. Ein immerwährender Balanceakt zwischen dem Gesamterscheinungsbild des Mediums, dem Selbstverständnis des einzelnen Schreibenden und natürlich dem Bedürfnis der Leserschaft. Zeitung ist Kommunikation: Nur wenn beide, Schreiber und Leser, eine gemeinsame Sprache haben, verstehen sie sich. Anschaulich berichtete Viola Bolduan, wie diese Akrobatik im Redaktionsalltag vonstattengeht. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Fehler unvermeidlich &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Jeder von außen kommende Artikel muss redigiert, der eigene geschrieben werden. Wobei ein kontinuierliches Arbeiten kaum möglich sei. Telefonate, Konferenzen und Außentermine sind nahezu gleichzeitig zu bewältigen. Und über allem schwebe die Unausweichlichkeit des Redaktionsschlusses. Dass dabei Fehler geschehen, sei unvermeidlich. Sie hätten hauptsächlich ihren Ursprung im Arbeitstempo für das Tagesprodukt Zeitung. Man benutze zwar hochwertige Grafik- und Korrekturprogramme, allerdings könnten sie (noch) nicht denken. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dem mit viel Applaus bedachten Vortrag folgte eine engagierte Diskussion, in der es, wie zu erwarten, auch um die Verwendung von Anglizismen und Modewörtern ging. Hier bezog Bolduan klar Stellung. Da Sprache lebt und sich verändert, muss das Printmedium diese Veränderungen aufnehmen und dabei einen Stil finden, der allgemeinverständlich ist und alle Gesellschaftsgruppen erreicht. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-6826054919609031776?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6826054919609031776'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6826054919609031776'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/11/immerwahrender-balanceakt.html' title='Immerwährender Balanceakt'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-1573578719795446014</id><published>2011-09-26T10:34:00.001+02:00</published><updated>2011-09-26T10:34:51.138+02:00</updated><title type='text'>Erinnerungen an das Verschweigen</title><content type='html'>&lt;h3&gt;&amp;#160;&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;26.09.2011 - OESTRICH-WINKEL&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;RHEINGAU LITERATUR PREIS Verleihung an Josef Haslinger&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am Schluss eines erfolgreichen Rheingau Literaturfestivals steht die Ehrung, die Ernte quasi, genauso, wie am Ende der Reifezeit, die Trauben gelesen werden: „WeinLese“ im doppelten Sinne. Während draußen auf den Hängen die Pergel in die Butt geschüttet und in den Keller transportiert wurden, lasen eben in diesen Gewölben zeitgleich Autorinnen und Autoren aus ihren Werken.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine glückliche Verbindung, wie der diesjährige Preisträger, der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger, hervorhob. Eine Beziehung zwischen Wein und Literatur, die besser nicht funktionieren könne. Was bei Biertrinkern unmöglich sei, rücke hier in den Vordergrund: der Genuss. Der Wein muss schmecken, das Buch gefallen, sonst wird beides weggeschoben, durch andere ersetzt. Demzufolge habe er, als passionierte Weintrinker, auf die Frage einer Journalistin, welcher Teil des Preises, die 111 Flaschen Rheingauer Riesling der besten Qualität oder die 10 000 Euro wichtiger wären, spontan den Rebensaft genannt. Erst beim Nachrechen, wie viele weitere Liter er mit dem Preisgeld kaufen könne, erschien ihm das Geld genauso sympathisch, erzählte Haslinger bei seiner Dankesrede. Als Stadtschreiber von Mainz 2010 habe er den Roman „Jáchymov“ geschrieben und 2011, auf der anderen Rheinseite, dafür den Preis erhalten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In gediegener Atmosphäre&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Vergabe des Rheingau Literatur Preises 2011, nun schon zum 18. Mal, fand traditionsgemäß in gediegener Atmosphäre des Schlosses Vollrads statt. Nach der Begrüßung durch den Intendanten des Rheingau Musik Festivals Michael Herrmann, den Grußworten von Staatssekretär Ingmar Jung hielt der künstlerische Leiter Heiner Boehncke eine bemerkenswerte Laudatio. Er betonte die vielfältigen Verbindungen und mannigfachen Nebentöne, die den preisgekrönten Roman „Jáchymov“ durchzögen. Besonders deutlich würde dies anhand der Verstrickung von Sport und Politik dargestellt, die in der Gegenwart gleichermaßen gegeben seien. Denke man nur an das Eishockey-Profiteam, das bei einem Flugzeugabsturz im September dieses Jahres ums Leben kam. Dass Putin und Medwedew bei der Mannschaft der Lokomotive Jaroslawl ihre Hände mit im Spiel gehabt hätten, wäre ja kein Geheimnis.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dem Autor sei mit „Jáchymov“ ein Roman gelungen, in dem sich Sport und Politik, Österreich und Tschechien, Wien und Leipzig, Stalinismus und Nationalsozialismus kreuzten. Josef Haslinger habe sämtliche Fäden mit all seiner politischen Versiertheit, seinen ästhetischen Reflexionen zu einem Werk verknüpft, das die Sprache der Erinnerung findet, wo das Verschweigen in vielen Varianten herrschte.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.main-spitze.de/region/kultur/literatur/img11198016.htm"&gt;&lt;img style="background-image: none; border-bottom: 0px; border-left: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px; padding-top: 0px" title="Image" border="0" alt="Image" src="http://lh3.ggpht.com/-rIiJ-kB7vJw/ToA5KhtAFYI/AAAAAAAABfY/vxS-LSsyZiQ/Image%25255B3%25255D.jpg?imgmax=800" width="164" height="244" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Josef Haslinger Foto: Klostermann&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-1573578719795446014?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1573578719795446014'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1573578719795446014'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/09/erinnerungen-das-verschweigen.html' title='Erinnerungen an das Verschweigen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://lh3.ggpht.com/-rIiJ-kB7vJw/ToA5KhtAFYI/AAAAAAAABfY/vxS-LSsyZiQ/s72-c/Image%25255B3%25255D.jpg?imgmax=800' height='72' width='72'/></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-4699196550725420554</id><published>2011-09-23T09:37:00.001+02:00</published><updated>2011-09-23T09:37:22.651+02:00</updated><title type='text'>Geschichten über das, was nicht da ist</title><content type='html'>&lt;h3&gt;&amp;#160;&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;23.09.2011 - RÜDESHEIM&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;LESUNG Ingo Schulze beim Rheingau Literatur Festival&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eigentlich stimmte alles. Tolles Ambiente, guter Wein und vollbesetzte Stuhlreihen. Dennoch wollte der Funke nicht überspringen, kam der Applaus zögerlich und spärlich. Woran es lag?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sicherlich auch an einer konfus wirkenden Moderatorin Ruth Fühner, deren Fragen keine Fragen, eher Feststellungen waren, mit der ihr Gast, der Schritsteller Ingo Schulze, wenig anzufangen wusste und seine liebe Mühe hatte sie zu beantworten. Vielleicht an den zu langen Textpassagen, die vorgetragen wurden, wobei es auch hier Unstimmigkeiten gab, welche es denn nun sein sollten. Vor allem aber an den Texten selbst, die vorgelesen, ziemlich belanglos wirkten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was sie nicht sind. Denkt man in Ruhe, später oder beim Selbstlesen darüber nach, klingt das nicht Benannte im Text eindrucksvoll nach. Das ist es dann, was Ruth Fühner meinte mit der Anwesenheit dessen, was nicht da ist.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aufmerksam, hin und wieder von leisem Lachen unterbrochen, hörte das Publikum im Weingewölbe von Breuers Kellerwelt in Rüdesheim zu. Aus „33 Augenblicke des Glücks“ las der in Dresden geborene und in Berlin lebende Autor das Fragment „Füße“, dann aus dem Buch „Orangen und Engeln“ die italienische Skizze „Randazzo“. Hier wird dem Ich-Erzähler beim Anblick der Esterhazy-Schnitte in einer berühmten sizilianischen Patisserie, die Vergänglichkeit des Lebens und seiner selbst bewusst.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ratloses Publikum&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die lange Erzählung „Kalkutta“ aus „Handy - Dreizehn Geschichten in alter Manier“ entließ das Publikum etwas ratlos in die Pause. Zwar strotze der Text von skurrilen Begebenheiten, wie beispielsweise dem Versuch, eine imaginäre Maus zu fangen, mit einer Mausefalle der Nachbarsfamilie, deren Sohn gerade unfallbedingt ins Koma fiel. Eher klischeehaft wirkt hier allerdings „das, was nicht da ist“. Ein Mann der Hausarbeit verrichtet ist folglich arbeitslos, Frauen können ungehemmt miteinander reden, Männer nicht und Kalkutta ist das Symbol für unbeachtetes Kindersterben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nach der Pause las Schulze eine titellose Geschichte aus „33 Augenblicke des Glücks“. Ein Beispiel über das Leben der Russen in den 90er Jahren und die nicht gestellte Frage: Trägt der heutige Effektivitätswahnsinn in unserer Wirtschaftsphilosophie wirklich zur Steigerung der Effektivität bei? Eine abgedrehte, humorvolle, mit vielen Augenzwingern erzählte Parodie.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-4699196550725420554?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4699196550725420554'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4699196550725420554'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/09/geschichten-uber-das-was-nicht-da-ist.html' title='Geschichten über das, was nicht da ist'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-4176245448074432526</id><published>2011-09-20T10:54:00.001+02:00</published><updated>2011-09-20T10:54:10.951+02:00</updated><title type='text'>Melancholie auch an hellen Tagen</title><content type='html'>&lt;h3&gt;&amp;#160;&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;20.09.2011 - HATTENHEIM&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;LESUNG Rheingau Literatur Festival mit Zsuzsa Bánk&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In der imaginären süddeutschen Kleinstadt Kirschblüt wohnen in den 60er Jahren drei Familien, deren Schicksale sich miteinander verweben. Drei alleinerziehende Mütter. Zwei Mädchen und ein Junge wachsen auf in einer scheinbar hellen, heilen Umgebung, in der die Natur den Jahreszeitenwechsel vorgibt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Konflikte mehren sich&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mit jedem Sommer verändern sie sich, reifen, werden älter. Im Zuge dessen mehren sich die Konflikte, werden aus unbekümmerten Kindern Erwachsene, fallen Schatten auf die unbeschwerte Zeit. Zsuzsa Bánk lässt die Geschichte von einem der beiden Mädchen in der ersten Person erzählen. Sie schildert die Verhältnisse im Ort, aber besonders das Leben ihrer Freundin Aja und des Jungen Karl. Es war nicht geplant, dass die Kindheitsschilderungen einen so großen Teil des Romans einnehmen, sagte die Autorin im Rahmen des Rheingau Literatur Festivals Ihr war es wichtig, herauszubekommen, wann und vor allem wie der Umbruch stattfindet. Wann dieser verdrehte Blick auf die Welt sich ändert. Klar und verständlich, mit unaufgeregter, sympathischer Professionalität antwortete die Frankfurter Schriftstellerin auf die Fragen der Moderatorin Ruth Fühner. Nachdem die Autorin dem Publikum im vollbesetzten Saal des Hattenheimer Weinguts Balthasar Ress eine kurze Einführung in die Geschichte gegeben hatte, las sie aus zwei Kapiteln vor.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Auffallend, auch beim Hören, die poetische Kraft der Sprache, die Melodie des Textes, die sich der Handlung anpasst und eine ganz eigene Stimmung heraufbeschwört. Gespannte Stille vom ersten bis zum letzten Wort, die nur durch ständiges Klacken des Mikrofons gestört wurde. Nach ihrem Debüt „Der Schwimmer“ (2002) und dem Erzählband „Heißester Sommer“ (2005) legt Zsuzsa Bánk mit „Die hellen Tage“ ein melancholisches Werk vor, das das Leben dreier Menschen von ihrer Kindheit bis zum Alter von etwa 35 Jahren beschreibt und das von wahrer Freundschaft und tief empfundener Liebe, aber genauso von Enttäuschung und Verrat erzählt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nach den beiden Kostproben muss man dieses Buch weiterlesen, muss erfahren, wie sich diese Beziehungen weiterentwickeln.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-4176245448074432526?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4176245448074432526'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4176245448074432526'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/09/melancholie-auch-hellen-tagen.html' title='Melancholie auch an hellen Tagen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-1908449916951572443</id><published>2011-04-30T09:44:00.001+02:00</published><updated>2011-04-30T09:44:59.409+02:00</updated><title type='text'>Oberflächliche Welt</title><content type='html'>&lt;p&gt;LESUNG Silke Scheuermann im Literaturhaus    &lt;br /&gt;Vom 30.04.2011     &lt;br /&gt;Von Richard Lifka &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am Anfang steht die facettenreiche Glitzerwelt des Kunstbetriebes, am Ende das Scheitern der Menschen, die sich in teuren Kleidern in Luxushotels und auf coolen Partys darin bewegen. So kann man Silke Scheuermanns neuen Roman lesen. Mit &amp;quot;Shanghai Performance&amp;quot; begibt sich die Schriftstellerin, die neben vielen anderen Preisen auch mit dem George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet wurde, auf eine abenteuerliche Reise nach China. Aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Luisa, der Assistentin der Künstlerin Margot Wincraft, wird die Entstehung einer Menscheninstallation zum Besten gegeben. Ein paar Dutzend nackter, wunderschöner chinesischer Mädchen in High Heels sollen sich auf einem Erdhaufen räkeln und mit leeren Augen ins Nichts starren. Diese Performance wurde von einem geheimnisvollen Unbekannten in Auftrag gegeben und soll in einem Gewächshaus am Huangpu-Fluss stattfinden. Rätselhaft bleibt auch Margots chinesische Vergangenheit, zu der eine seltsame Affäre gehört und eine an den Rollstuhl gefesselte Tochter. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Kühle Szene &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Scheuermanns Erzählweise passt sich der Entwicklung des Romans an. Es beginnt bei der oberflächlichen Kunstszene, die sehr kühl und distanziert beschrieben wird und fokussiert sich, bei steigender Emotionalität der Sprache, immer stärker auf die individuellen Schicksale der Menschen in diesem Betrieb. Und diese Menschen scheitern. Margot schafft es nicht, ihre Mutterrolle wahrzunehmen und endet als tablettensüchtige Furie, Luise kehrt zu ihrem früheren Freund in Deutschland zurück, den sie eigentlich verlassen hatte. Auch die Beziehung der beiden Frauen Margot und Luisa zerbricht, was wie eine Abrechnung mit der beschriebenen Art von Kunst wirkt. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Leider konnte die Autorin dies in ihrer Lesung nur schwer vermitteln, da sie die Lesung trotz einer schweren Bronchitis auf sich genommen hatte. Zwei lange Passagen vorzulesen, war für die immer mehr versagende Stimme zu viel. Sichtlich schwer fiel es der Autorin ebenso, die Fragen der Moderatorin Ruth Führer zu beantworten. Gerade eine Diskussion über Fiktion und Realität in &amp;quot;Shanghai Performance&amp;quot; wäre sicherlich spannend gewesen. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-1908449916951572443?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1908449916951572443'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1908449916951572443'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2011/04/oberflachliche-welt.html' title='Oberflächliche Welt'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-7616037240023345661</id><published>2010-09-02T19:30:00.000+02:00</published><updated>2010-09-02T19:30:00.927+02:00</updated><title type='text'>Lesung und Buchvorstellung “Sonnenkönig”</title><content type='html'>&lt;p&gt;Pressehaus Wiesbaden   &lt;br /&gt;Wiesbaden, Langgasse 16&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Beginn: 19:30&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eintritt frei&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-7616037240023345661?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/7616037240023345661'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/7616037240023345661'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2010/09/lesung-und-buchvorstellung-sonnenkonig.html' title='Lesung und Buchvorstellung “Sonnenkönig”'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-7721682987745197461</id><published>2010-06-21T10:34:00.001+02:00</published><updated>2010-06-21T10:34:07.576+02:00</updated><title type='text'>Lothar Schöne liest aus „Das Labyrinth des Schattens“ im Pressehaus</title><content type='html'>&lt;h3&gt;&amp;#160;&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;12.06.2010 - WIESBADEN&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein Albtraum verfolgt Sabina-Esther Morane und bedroht ihr Leben. Ärzte und Psychologen können ihr nicht helfen. Die letzte Rettung verspricht eine „hypnotische Rückführung“, ein Experiment, auf das sich die 43-jährige Journalistin einlässt. Sie erhält eine Adresse in Krakau und fliegt dort hin. Im Flugzeug sitzt neben ihr ein sympathischer und attraktiver Mann, der sie schon bald in ein Gespräch verwickelt. Ein Gespräch hinter vorgehaltener Zeitung, scheinbar ins Leere und in einem eigenartigen Duktus.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Diese erste Begegnung seiner Protagonisten des Romans „Im Labyrinth des Schattens“ ist auch der Beginn der Lesung des Schriftstellers Lothar Schöne im Pressehaus, nachdem ihn Feuilleton-Ressortleiterin Viola Bolduan vorgestellt und mit geschickten Fragen zum Thema geführt hatte.    &lt;br /&gt;Schönes Beziehungen zum Wiesbadener Kurier sind vielfältig, sei es als Journalist, Autor oder eben als Gast auf dem Forum „Buch Habel bei Kurier Kultur“ wie Donnerstagabend. War es im Herbst vergangenen Jahres der Aphorismenband „Schönes Wörterbuch“, den er an dieser Stelle vorstellte, so erwartete die zahlreichen Gäste dieses Mal ein ganz anderes literarisches Genre.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;b&gt;Kampf gegen die Langeweile&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Er schreibe ja nicht nur Romane, stellte die Moderatorin fest, sondern auch Gedichte, Essays, Dramen, Hörspiele und Drehbücher. Auf die Frage, warum er sich in so unterschiedlichen Bereichen bewege, antwortete der Autor: Sich in verschiedenen Gattungen auszuprobieren, sei sein „persönlicher Kampf gegen die Langeweile“. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Natürlich ist das Genre „Roman“ kein neues Betätigungsfeld für ihn, neu aber ist, dass er die Geschichte aus der Ich-Perspektive einer Frau erzählt. Um es vorwegzunehmen: Das Experiment ist gelungen.    &lt;br /&gt;Das Experiment der Hauptfigur, Sabina-Esther Morane, gelingt offenbar auch. Die Therapie der „hypnotischen Rückführung“ führt sie in die Vergangenheit ihrer Familie zurück. Sie erlebt ihre Eltern und Großeltern auf einer Geburtstagsfeier in Krakau des Jahres 1939. Auch aus dieser Szene liest der Autor eine Passage vor. Ein humorvoll erzählter Diskurs über Gott und die Welt prasselt auf das Publikum ein, wenn die drei jüdischen Festteilnehmer Grünberg, Salomon und Abraham theologische und gesellschaftspolitische Fragen erörtern. Das Spektrum reicht von: „Warum brauchen wir einen Gott?“ über „Religionsgründer waren alle Lebenslügner“ bis hin zu „Politiker brauchen keinen Anstand, sie müssen nur gute Gesetze machen und lesen können.“ &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;b&gt;Unterhaltung mit jüdischem Witz&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Diese so scheinbar lockere und aufgeräumte Unterhaltung, die mit viel jüdischem Witz geführt wird, bekommt eine ganz andere Dimension, wenn man den zeitgeschichtlichen Hintergrund bedenkt. Aber die Dimension erweitert sich nochmals, wenn diese Diskussionen in der Gegenwart des Romans, also unserer Zeit, fortgesetzt werden.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dass es ausgerechnet der Widersacher, oder besser gesagt, der Teufel ist, mit dem die Journalistin diese Gespräche führt, gibt dem Roman eine unerwartete, aber irgendwie doch von Anfang an gespürte Wendung. Auch dies vernahmen die Gäste – aber wie es ausgeht, ob Sabina-Esther ihren Albtraum loswerden kann, oder gar den Pakt mit dem Teufel „überlebt“, lässt der Autor an diesem Abend offen. Das müsse nun jeder selbst lesen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;„Das Labyrinth des Schattens“ – ein Buch mit doppeltem Boden, ein Roman, wie es ihn lange nicht mehr gab: spannend, unterhaltsam, humorvoll und tiefgründig.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/img9010174.htm"&gt;&lt;img title="Lothar Schöne bei seiner Lesung im &amp;#13;&amp;#10;Wiesbadener Pressehaus. Foto: wita / Peter Müller" border="0" alt="Lothar Schöne bei seiner Lesung im Wiesbadener Pressehaus. Foto: &amp;#13;&amp;#10;wita / Peter Müller" src="http://www.wiesbadener-kurier.de/fm/819/thumbnails/Lesung%20Lothar%20Sch%F6ne.jpg.10705981.jpg" width="220" height="156" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Lothar Schöne bei seiner Lesung im Wiesbadener Pressehaus. Foto: wita / Peter Müller&lt;a href="http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/img9010174.htm"&gt;Vergrößern&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.wiesbadener-kurier.de/9010174.htm#"&gt;Schließen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wiesbaden: Lothar Schöne liest &amp;quot;Das Labyrinth des Schattens&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Im Rahmen von Kurierkultur liest Autor Lothar Schöne im Pressehaus aus seinem neuen Roman &amp;quot;Das Labyrinth des Schattens&amp;quot;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;img src="http://brightcove.vo.llnwd.net/d11/unsecured/media/3139499001/3139499001_91251881001_ari-origin07-arc-179-1276235891028.jpg?pubId=3139499001" /&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wiesbaden: Lothar Schöne liest &amp;quot;Das Labyrinth des Schattens&amp;quot; (2:41)&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-7721682987745197461?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/7721682987745197461'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/7721682987745197461'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2010/06/lothar-schone-liest-aus-das-labyrinth.html' title='Lothar Schöne liest aus „Das Labyrinth des Schattens“ im Pressehaus'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-1485263095567290829</id><published>2010-06-07T12:12:00.002+02:00</published><updated>2010-06-07T12:12:54.218+02:00</updated><title type='text'>Treffen wichtiger deutscher Autoren</title><content type='html'>07.06.2010 - WIESBADEN&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;POETENFEST   Am 11. und 12.   Juni kehren die   Poetik-Dozenten für ein Literaturfestival nach Wiesbaden zurück&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Was im Jahre 2005 aus einer Schreibwerkstatt an  der damaligen  Fachhochschule in Wiesbaden hervorging, hat sich zu einem  angesehenen  Kulturereignis der Landeshauptstadt entwickelt. Im Rahmen  der   Poetikdozentur  junger Autoren halten je Semester junge Autorinnen  und  Autoren Vorlesungen an der Hochschule Rhein-Main und Lesungen im   Literaturhaus. Jetzt kehren sie zu einem Poetenfest am 11. und 12.Juni   zurück.&lt;br /&gt;Bei der Poetik-Dozentur geht es vor allem darum, sich mit  dem eigenen  Werk auseinanderzusetzen, Erklärungen für Hintergründe des  Schreibens  und des Schreibprozesses zu finden. Diese  Veranstaltungsreihe, die die  Hochschule in Zusammenarbeit mit dem  Kulturamt ausrichtet, ist einmalig  in dieser Art und mittlerweile weit  über Wiesbadens Grenzen hinaus  bekannt. Besonders das Gespür der  Juroren, junge Talente einzuladen, hat sicherlich dazu beigetragen.&lt;br /&gt;So war beispielsweise Daniel Kehlmann im Wintersemester 2005 zu Gast,   noch bevor er mit seinem Buch  „Die Vermessung der Welt“ zu   internationalem Ruhm gelangte. Nun sei die zehnte Poetikdozentur zu Ende  gegangen, so der Präsident der Hochschule Professor Detlev Reymann   während einer Pressekonferenz, und damit ein Anlass gegeben, dieses   Schatzkästlein im alltäglichen Lehrbetrieb einer Hochschule, würdig zu   feiern.&lt;br /&gt;Er kündigt ein zweitägiges Poetenfest an, bei dem sechs  der bisherigen  Dozentinnen und Dozenten bei Lesungen, Gesprächen und  Musik ihre  aktuellen Werke vorstellen werden. Dies sei ein einmaliges  literarisches Ereignis, ein Zusammentreffen zeitgenössischer deutscher  Literatur und  ein weiterer wichtiger Baustein im Literaturkonzept der   Landeshauptstadt, betont Kulturamtsleiterin Ingrid Roberts.&lt;br /&gt;Ein  Baustein, der die reichhaltige Wiesbadener Kulturszene um die junge   zeitgenössische Literatur erweitere. Professorin Rita Rosen stellte das   Buch  nehmen sie mich beim wort ins kreuzverhör  vor, das pünktlich zum   Poetenfest erschienen ist (hier bereits besprochen). In der  Publikation  sind  alle Vorlesungen der bisherigen Poetikdozenten  nachzulesen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-1485263095567290829?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1485263095567290829'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1485263095567290829'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2010/06/treffen-wichtiger-deutscher-autoren.html' title='Treffen wichtiger deutscher Autoren'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-5494166952588450095</id><published>2010-04-27T10:04:00.001+02:00</published><updated>2010-04-27T10:04:12.845+02:00</updated><title type='text'>Reif für die Insel</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;&lt;p&gt;17.04.2010&lt;/p&gt; 		 	&lt;div class='articletext'&gt;				&lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt; 				&lt;p&gt;&lt;strong&gt;LESUNG  Kristine von Soden im Literaturhaus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt; 				 								 				&lt;p&gt;Wiesbaden. Dort, wo heute sich die Reichen und Schönen tummeln,  die Landschaft zubetoniert und von Blechlawinen überrollt wird, trafen  sich zum Beginn des 20. Jahrhunderts Kunstschaffende aus allen  Bereichen. Sie prägten den Ruf der Insel Sylt - und die Insel prägte  sie. Insbesondere der Kurort Kampen entwickelte sich zu einer Art  Künstlerkolonie. Wer sich wann und zu welcher Zeit dort aufhielt, was er dort vollbrachte oder anstellte, erfuhren die Zuhörer im Literaturhaus  von der in Wiesbaden lebenden Autorin und Journalistin Kristine von  Soden. Im Rahmen der Reihe "Buchseiten - Buchzeiten", stellte sie ihren  2008 erschienenen literarischen Reiseführer "Zur Sommerfrische nach  Sylt" vor.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;  Waren es zunächst nur vereinzelt Künstler wie Theodor Storm, der nach  mehreren Aufenthalten die unvollendete "Sylter Novelle" schrieb,  Christian Morgenstern oder Max Beckmann, die die Reize der Insel  entdeckten, so begannen nach der Jahrhundertwende immer mehr bekannte  und unbekannte Kunstschaffende, zumindest die Sommermonate, auf der  Insel zu verbringen. Ob nun Literaten wie Gerhard Hauptmann, Thomas Mann oder Robert Musil, Verleger wie Suhrkamp oder Rowohlt, Film- und  Theatermenschen wie Gret Palucca, Will Grohmann oder Marlene Dietrich -  man traf sich auf Sylt, floh aus der hektischen Welt der "goldenen 20er  Jahre", besonders aus der Kunstmetropole Berlin, beruhigte sich in der  Monotonie des Wellenrauschens und der kargen Landschaft, erholte sich in rauem Klima.&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Natürlich entstanden auch neue Freundschaften, Kontakte und  Beziehungen. So trafen sich dort zufällig der von Drogen- und  Alkoholsucht gezeichnete Schriftsteller Hans Fallada und sein früherer  Verleger Ernst Rowohlt wieder, nach dem sie sich für zehn Jahre aus den  Augen verloren hatten. Aus diesem Zusammentreffen erwuchs eine  fruchtbare Zusammenarbeit, in deren Folge Werke wie "Bauern, Bonzen und  Bomben" oder "Kleiner Mann - was nun?" entstanden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Name für Name, Zitat über Zitat, vor allem aus Tagebuchaufzeichnungen  und dem Briefwechsel zwischen Kurt Tucholsky und Siegfried Jacobson  prasselten auf die Zuhörer ein, die Anekdoten und Anekdötchen hörten,  die Kristine von Soden selbst amüsiert und amüsant vortrug.&lt;/p&gt;			&lt;/div&gt;&lt;blockquote/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=c70c6986-c329-8f16-a879-5c9e822365b4' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-5494166952588450095?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5494166952588450095'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5494166952588450095'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2010/04/reif-fur-die-insel.html' title='Reif für die Insel'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-8703801307364145150</id><published>2010-01-16T12:25:00.001+01:00</published><updated>2010-01-16T12:25:13.488+01:00</updated><title type='text'>"Zurück zu den Vögeln"</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;LESUNG Finale der Poetikdozentur von Marcel Beyer &lt;br/&gt;			 		&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt;		Vom 16.01.2010&lt;br/&gt;		Von&lt;/font&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Richard Lifka&lt;/font&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; WIESBADEN Zunächst verlief alles wie gewohnt. Susanne Lewalter, die Leiterin des Literaturhauses, begrüßte Marcel Beyer, der zum Abschluss seiner Wiesbadener Poetikdozentur noch einmal der Frage nachgehen wollte, welche Spuren Orte, Landschaften und Wörter seines imaginären "Sprachwanderbuchs" in seinen Texten hinterlassen. &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Moderator Hubert Spiegel&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Allerdings staunten die Zuhörer nicht schlecht, als der Journalist und Moderator des Abends, Hubert Spiegel, ankündigte, dass Beyer nicht aus seinen Büchern, sondern aus dem Buch eines anderen Autors lesen würde. Dieses ungewöhnliche Vorgehen war aber nicht die einzige Überraschung. Der Autor stellte das Buch des Amerikaners Jonathan Trouern-Trend vor. Ein Soldat, der 2004 im Irak stationiert war und diese Zeit in einem Weblog, also einem öffentlich einsehbaren Tagebuch, festhielt.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Aber nicht die Kriegsereignisse, das Land oder die Menschen interessierten Trouern-Trend, sondern Eulen auf Zementbunkern, Bienenfresser auf Starkstromleitungen, bunt gefiederte Eisvögel und Turmfalken in Schutthaufen.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Tagtäglich notierte er, welche Vögel er gesehen hatte, ohne sie zu beschreiben. Auch sonst erfährt der Leser wenig. Weder über den Schreibenden selbst, noch über Ereignisse oder politisch-gesellschaftliche Fragen und Probleme. Für die deutsche Ausgabe des Buches, das unter dem Titel "Birding Babylon - Tagebuch eines Soldaten im Irak" erschienen ist, hat Marcel Beyer das Vorwort geschrieben. Und hier finden wir auch die Schnittstelle zu seinem letzten Roman "Kaltenburg", dessen Hauptfigur ein Ornithologe ist.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Die Natur als Konstante im menschlichen Leben, besonders das Verhältnis Mensch und Vogel, sei ein wichtiges Thema in dem Werk Beyers, betonte Hubert Spiegel und belegte dies mit einer Textpassage aus Beyers Roman "Das Menschenfleisch" (1991), in der die Verwandlung eines Menschen in einem Vogel beschrieben wird.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Ein Platz für Sprachen&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font style='font-size: 10pt; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;'&gt; Für den deutsche Schriftsteller bedeute das "Zurück zu den Vögeln" eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, für der Soldaten im Irak, ein "Zurück in die Welt". All dies gab Anlass zu vielen Fragen und Gedanken, wobei die Zeit so schnell verflog, dass die von Spiegel anfangs gestellte spannende Frage: "Wie viele Sprachen haben auf einem Vogel Platz?", leider unbeantwortet blieb.&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;blockquote/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=6bddfe62-de21-823c-b2ad-46dcf8e7a204' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-8703801307364145150?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8703801307364145150'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8703801307364145150'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2010/01/zu-den-vogeln.html' title='&amp;quot;Zurück zu den Vögeln&amp;quot;'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-5226800413960031991</id><published>2010-01-15T18:32:00.004+01:00</published><updated>2010-01-15T19:15:55.389+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Intendant verspricht Vielfalt und Qualität</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;NEUJAHRSEMPFANG&lt;br /&gt;Freunde des Staatstheaters: Rückblick und Ausblick mit Szenen, Arien,&lt;br /&gt;Filmsequenzen und Kostproben aus dem Programm &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman;"&gt;Vom 11.01.2010&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;WIESBADEN. Ein Theater lebt nicht nur vom Ensemble und den&lt;br /&gt;Bühnenschaffenden. Ohne die Menschen vor der Bühne, also dem Publikum,&lt;br /&gt;gäbe es kein Theater und auch nicht ohne gute Freunde. Das weiß das&lt;br /&gt;Hessische Staatstheater und bedankt sich jedes Jahr bei seinen Freunden&lt;br /&gt;und Gönnern mit einem Neujahrsempfang am Sonntag Vormittag. Sie wurden&lt;br /&gt;auch in diesem Jahr von Intendant Manfred Beilharz begrüßt. Nachdem das&lt;br /&gt;vollbesetzte Große Haus vom "Zigeunerchor" aus Verdis Oper "Der&lt;br /&gt;Troubadour (Il trovatore)" empfangen worden war, betrat er die Bühne&lt;br /&gt;und zog ein kurzes Resümee der Ereignisse und Vorstellungen des&lt;br /&gt;vergangenen Jahres.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;Was das Publikum im neuen Jahr erwartet, wurde danach in lockerer&lt;br /&gt;Abfolge von Szenen, Arien, Filmsequenzen und Ausschnitten aus dem&lt;br /&gt;reichhaltigen Programm vorgestellt. Vielfalt und Qualität, hatte&lt;br /&gt;Beilharz versprochen. Dieses Versprechen hielten zumindest die&lt;br /&gt;vorgestellten Kostproben. Das junge Staatstheater zeigte Alice im&lt;br /&gt;Wunderland bei einem Gespräch mit dem Ei auf der Mauer. Es folgte ein&lt;br /&gt;Duett aus Falstaff (Giuseppe Verdi), "Carmencita" aus dem Ballettabend&lt;br /&gt;"Labyrinth" und ein Dialog aus Ben Jonsons "Valpone". Ein Film kündigte&lt;br /&gt;das Schauspiel "Das Gähnen der Leere" an, das am selben Abend in der&lt;br /&gt;Wartburg uraufgeführt würde. Die hungrige Topfpflanze aus der&lt;br /&gt;Musicalproduktion des jugend-club-theaters "Der kleine Horrorladen"&lt;br /&gt;setzte sich beeindruckend in Szene, bevor der Chor des Staatstheaters&lt;br /&gt;mit dem Schlussteil aus Schumanns lyrischem Drama "Das Paradies und die&lt;br /&gt;Peri" den anregenden Sonntagvormittag beendete.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;Aber nicht nur Unterhaltsames wurde geboten. Der Vorsitzende der&lt;br /&gt;Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters Wiesbaden, Bernd Kummer,&lt;br /&gt;ließ in seiner Begrüßungs- und Dankesrede den kritischen Hinweis an die&lt;br /&gt;Rechtsträger des Wiesbadener Staatstheaters, die Landeshauptstadt und&lt;br /&gt;das Land Hessen, einfließen, dass die beschlossene Tariferhöhung nicht&lt;br /&gt;zu Lasten des Theaters gehen dürfe. Das klang schon sehr flehentlich&lt;br /&gt;und hinterließ den Eindruck, dass im neuen Jahr, noch einiges auf das&lt;br /&gt;Theater zukommen wird.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="zemanta-pixie"&gt;&lt;span style="font-family: Times New Roman; font-size: 10pt;"&gt;&lt;img alt="" class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=e53dbe2d-3650-8236-b7f2-40508a2f6238" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-5226800413960031991?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5226800413960031991'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5226800413960031991'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2010/01/intendant-verspricht-vielfalt-und.html' title='Intendant verspricht Vielfalt und Qualität'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-455355821506911281</id><published>2009-11-17T08:58:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.660+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Wahre Bedeutungen</title><content type='html'>&lt;p&gt;17.11.2009 - WIESBADEN&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;KURIER-KULTUR Lothar Schöne stellt sein Wörterbuch im Pressehaus vor&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein Wörterbuch ist ein Nachschlagewerk, das Wörter oder andere sprachliche Einheiten in einer Liste verzeichnet, und jedem Eintrag erklärende Informationen oder sprachliche Äquivalente zuordnet. Was aber nun ist ein &amp;quot;Schönes Wörterbuch&amp;quot;? Zunächst einmal ein wohl gestaltetes Buch, mit wunderbaren Zeichnungen von Walter&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Hanel, wortspielerisch von Lothar Schöne verfasst. Auch inhaltlich schön?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Um dies festzustellen, hatte der Wiesbadener Kurier, in der Reihe Buch Habel bei Kurier-Kultur, den im Taunus lebenden Autor und früheren Journalisten ins Pressehaus geladen. Ein beinahe überwältigender Ansturm von Besuchern kam in das im Caféhausstil hergerichtete Foyer, um der Mehrdeutigkeit des Titels auf die Spur zu kommen. Viola Bolduan, Leiterin der Feuilleton-Redaktion des Wiesbadener Kurier begrüßte und führte souverän und schlagfertig durch den Abend.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Inhalt des Buches besteht aus einer alphabetischen Sammlung von Begriffserklärungen. Begriffe, die keiner weiteren Systematik unterliegen, sondern beim Autor &amp;quot;angeklopft haben und bearbeitet werden wollten&amp;quot;. Bearbeitet heißt in diesem Falle erklärt, neu erklärt, oder wie Schöne sagt, die heutige, wahre Bedeutung beschrieben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Herausgekommen ist ein Nachschlagewerk, vollgefüllt mit sarkastischen Erklärungen, witzigen Bonmots und spritzigen Aphorismen. Bei jeder Begriffsdefinition, die der Autor, Daria Jedrych und Viola Bolduan von A bis Z im Wechsel verlasen, blitzte genauso abwechslungsreich Humor, Boshaftigkeit, Ironie, Witz, und Sarkasmus auf. Es blieb kaum Zeit, über Hintergründigkeit oder moralische Qualität der Pointen nachzudenken, den auch die musikalischen Pausen forderte den ganzen Zuhörer.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Besenstiel und Wäscheleine&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das Heidelberger Duo Huub Dutch, mit selbst gebautem &amp;quot;Wäscheleinophon&amp;quot;, einem schwarzen Speiskübel, Besenstiel und Wäscheleine und Chris Oettinger am Piano, zogen schon mit den ersten Takten das Publikum in Bann. Swingender Jazz, souliger Gesang und treibender Rhythmus verführten, ohne dass es einer besonderen Aufforderung bedurfte, die Anwesenden mitzusingen, mitzuklatschen oder zumindest unentwegt die Füße im Takt zu wippen; gleich, ob es nun Stings &amp;quot;Englishman in New York&amp;quot; mit eingebautem Holländisch-Sprachkurs war, ein Titel von Paolo Conte oder die vertonte Version von Wilhelm Buschs &amp;quot;Max und Moritz&amp;quot;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine gelungene Veranstaltung, eine sehr unterhaltsame Buchpräsentation, die dann auch mit einer großen Dosis der harmlosen Droge mit hohem Suchtpotiential, so Schönes Definition von Applaus, endete.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-455355821506911281?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/455355821506911281'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/455355821506911281'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2009/11/wahre-bedeutungen.html' title='Wahre Bedeutungen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-4167043058766689483</id><published>2009-11-14T09:07:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.663+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Verborgene Schicksale</title><content type='html'>&lt;p&gt;14.11.2009 - WIESBADEN&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Richard Lifka&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;KRIMIHERBST Schockierend nüchtern: &amp;quot;Tödliche Tatsachen&amp;quot; im Wiesbadener Polizeipräsidium&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Tödliche Tatsachen&amp;quot;, eine Theatermontage aus 18 Akten, die im Rahmen des Krimiherbstes in Kooperation mit der Gesellschaft Bürger und Polizei im Wiesbadener Polizeipräsidium Westhessen aufgeführt wurde. Zunächst mussten die vielen Besucher am Eingang ihre Ausweise abgeben und wurden dann, unter polizeilicher &amp;quot;Bewachung&amp;quot; durch das labyrinthartigen Gebäude ins Dachgeschoss eskortiert. Dort erwartete sie eine ebenerdige Bühne, eine büroähnliche Kulisse, mit vielen Kisten voller Akten mit unnatürlichen Todesfällen. Akten, die im Laufe des Abends nach und nach geöffnet wurden.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Leichensachen im Karton&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am Ende lag dann jede Leichensache wieder in ihrem Karton, umhüllt von einem Vorhang des Schweigens, kurz noch einmal beleuchtet, um dann für immer dem Vergessen anheimgestellt zu werden. 18 reale Todesfälle, Mord, Totschlag, Suizid oder Unfall, fein säuberlich protokollierte Auffindsituationen und Zeugenbefragungen der Wiesbadener Kriminalpolizei wurden für 90 Minuten aus dem Archiv befreit, entstaubt, um den dahinter verborgenen Schicksalen auf die Spur zu kommen. Die lapidaren Aufzeichnungen der Polizeibeamten, die in ihrer Klarheit und Emotionslosigkeit schockierend nüchtern wirkten, entwickelten durch das laute Verlesen eine ganz eigene Sicht auf gewaltsame Todesarten. Kaum gelesen, wurden Momentaufnahmen jedes einzelnen Falles, in Gedichtsform verpackt, dem Zuhörer präsentiert und damit die Rätselhaftigkeit menschlicher Abgründe erhellt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das abrupte und unablässige Hin und Her zwischen diesen beiden Textformen, der drastische Wechsel von einem Leichenfund zum anderen, hielt das totenstille Publikum von Anfang bis Ende in Atem. Die beiden Schauspieler der Theatergruppe IGNOUS, Ariane Klüpfel und Patrick Twinem, schlüpften gekonnt übergangslos von einer Rolle in die nächste und wieder zurück. Vom tröstenden Kriminalkommissar in einen an einem Fleischbrocken erstickenden 120 Kilo-Mann, von der Polizeiassistentin in eine verhungernde junge Frau, vom konsumgeilen Pärchen, das mordet, um in Ruhe einkaufen zu können, zum Amokläufer in einem Westernsaloon. Kaum zu folgen wäre dem Geschehen auf der Bühne, hätte es nicht jeweils einige Schweigesekunden gegeben, immer dann, wenn der Aktendeckel erneut, mit einem kleinen Licht erhellt, im Archiv begraben wurde.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In seiner Inszenierung hat Uli Wirtz-von Mengden die Kriminalgedichte von Gisela Winterling und die neu formulierten und anonymisierten Polizeiprotokolle von Dorothea Jung in beeindruckend schwermütige Minidramen umgesetzt, die am Ende den Besucher sehr nachdenklich und bedrückt aus &amp;quot;Tödlichen Tatsachen&amp;quot; in seine eigene Realität entlassen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-4167043058766689483?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4167043058766689483'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4167043058766689483'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2009/11/verborgene-schicksale.html' title='Verborgene Schicksale'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-2009490419852578042</id><published>2009-05-19T08:16:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.665+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Den Umgang mit der Sprache lernen und Geschichten erzählen</title><content type='html'>Preisverleihung des Wettbewerbs „Junges Literaturforum Hessen -Thüringen" in der Wartburg&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Schreiben von literarischen Texten wird der sorgfältige Umgang mit Sprache gelernt. Trotz der vielfältigen elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten, ist die Umsetzung einer Geschichte in einen literarischen Text, beispielsweise die einer großen Liebe, die per elektronischer Post in einem Chatraum begann und mit einer lapidaren SMS beendet wurde, den jungen Leuten immer noch sehr wichtig. Dies betonte der Staatssekretär des thüringischen Kultusministeriums Professor Dr. &lt;br /&gt;Walter Bauer-Wabnegg während der 26. Preisverleihung des Wettbewerbs „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“ in Wiesbaden. Fast fünfhundert hessische und thüringische junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, hatten in diesem Jahr ihre Texte eingereicht, um einen der begehrten Preise zu gewinnen. Insgesamt 31 Preisträger wurden während der Feierlichkeiten in der Wartburg ausgezeichnet. Alle Texte, Kurzgeschichten oder Gedichte, sind in der Anthologie „Nagelprobe“ veröffentlicht. 15 Preisträgerinnen und Preisträger werden außerdem zu einem Autorenseminar eingeladen und die zehn Besten erhalten zusätzlich noch einen Förderpreis in Höhe von 500 Euro. Nach der Begrüßungen durch Intendant Dr. Manfred Beilharz und Günter Schmitteckert (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), der Laudatio der Journalistin und Lyrikerin Martina Dreisbach, die selbst 1984 Preisträgerin dieses Wettbewerbs war, wurden die Gewinnertexte von Mitgliedern des Jungen Staatstheaters Wiesbaden in szenischen Lesungen vorgetragen. Die musikalischen Übergänge zu den doch sehr unterschiedlichen Texten, wurden sehr einfühlsam von Markus Leis (Klavier) und Florian Maiberger (elektrische Gitarre) gespielt. Am Ende der Veranstaltung wurde den Preisträgern eine Urkunde überreicht, unter ihnen der Wiesbadener Sven Safarow, dessen Kurzgeschichte „Alle Jahre wieder“ in der „Nagelprobe“ nachgelesen werden kann. Alle vorgetragenen Texte überzeugten durch gute Ideen, atmosphärische Dichte und souveränen Umgang mit der Sprache. Dass derartige Förderpreise sinnvoll und wichtig sind, zeigt alleine schon, wie viele schriftstellerische Karrieren, stellvertretend seien hier genannt Ricarda Junge und Thomas Hettche, beim „Jungen Literaturforum“ ihren Anfang nahmen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-2009490419852578042?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2009490419852578042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2009490419852578042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2009/05/den-umgang-mit-der-sprache-lernen-und.html' title='Den Umgang mit der Sprache lernen und Geschichten erzählen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-1870960186229333310</id><published>2009-02-21T17:40:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.667+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Licht und Schatten richtig verteilen</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Historiker Frank-Lothar Kroll über sein neues Buch "Die Hohenzollern" &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;br /&gt;    &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Von Richard Lifka&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;WIESBADEN. Interessiert heute eigentlich noch irgendjemanden die Geschichte eines Adelsgeschlechts, wenn es nicht Kaiserinnen wie Sissi hervorbrachte? Welche Bedeutung hat es, ob ein König oder Kaiser ein Wittelsbacher, Zähringer oder Habsburger war? Allerdings erfreuen sich dynastiegeschichtliche Darstellungen seit einiger Zeit wachsender Beliebtheit. Dies meinte zumindest der an der Technischen Universität Chemnitz lehrende Historiker Frank-Lothar Kroll bei der Vorstellung seines neuen Buches "Die Hohenzollern". &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Da der Vortrag in der Bibliothek der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) stattfand, war zu vermuten, dass das Thema etwas mit Politik zu tun hat. Dies betonte dann auch der Direktor der HLZ, Bernd Heidenreich, während der Vorstellung des Gastes und seinen einführenden Worten. Schließlich haben die ursprünglich aus Schwaben stammenden Hohenzollern ein Königreich gegründet, das unter dem Namen Preußen für einige Furore in der europäischen Geschichte sorgte und von 1871 bis 1918 das deutsche Kaiserreich regierte. Um heutige Politik zu verstehen, müsse man die Geschichte Preußens kennen und über dessen Herrscher Bescheid wissen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Jedenfalls scheint die Bedeutung dieser Fragestellung nur Menschen wichtig zu sein, die eine gewisse Weisheit erreicht haben, denn der Altersdurchschnitt der zahlreichen Zuhörer lag weit über sechzig Jahre. Oder lag es daran, dass die Veranstaltung schon um 17 Uhr begann, zu einer Zeit also, wo im Berufs- und Schulalltag eingebundene Menschen es kaum schaffen können, daran teilzunehmen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Preußen besser als ihr Ruf&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Krolls Vortrag war locker, verständlich und kurzweilig. Nach einem kurzen Abriss preußischer Geschichte, von der Entstehung des Königreichs, seinem Aufstieg zum Höhepunkt der Macht im 18. und 19. Jahrhundert, bis zum schmählichen Untergang, ging der Historiker intensiver auf einige der Könige ein, die aus der Hohenzollern-Dynastie hervorgegangen waren. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Nicht sehr viel Neues kam da zum Vorschein, bis auf die Erkenntnis, dass die preußischen Herrscher im Vergleich mit ihren jeweiligen europäischen Kollegen gar nicht so schlecht waren, wie es uns die bisherige Geschichtsschreibung weiß machen will. Es komme darauf an, Licht und Schatten dieser Regenten richtig zu verteilen, resümierte Kroll, bevor ihn das Publikum in eine Diskussion darüber verstrickte, wie viele Kriege Preußen nun tatsächlich angezettelt habe oder von seinen europäischen Widersachern ursprünglich verursacht worden waren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10;"  &gt;Frank-Lothar Kroll: "Die Hohenzollern", C.H. Beck Wissen, München. 128 S., 7,90 Euro &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;   &lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-1870960186229333310?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1870960186229333310'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1870960186229333310'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2009/02/licht-und-schatten-richtig-verteilen.html' title='Licht und Schatten richtig verteilen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-5690652046740335114</id><published>2008-12-18T20:35:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.672+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Realistisch, knapp und ironisch</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;span style="font-size:10;"&gt;Autorin Dorothea Friedrich liest im Presseclub &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;WIESBADEN Wenn im Dezember im Wiesbadener Presseclub ein Glöckchen klingelt, so deutet dies nicht nur darauf hin, dass Weihnachten vor der Tür steht, sondern auch die letzte von 40 Veranstaltungen des Jahres beginnt. Geläutet hatte Kurier-Feuilletonchefin Viola Bolduan, um dann den zahlreichen Gästen die Akteure des Abends vorzustellen. Die Journalistin und Buchautorin Dorothea Friedrich war gekommen, um über ihre Bücher, ihre Tätigkeit bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und für ihre Art des Schreibens Rede und Antwort zu stehen und natürlich auch Kostproben aus ihren Texten vorzutragen. Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung sorgten Franziska Ferdinand (Geige) und Raphaela Queck (Klavier), zwei Schülerinnen des Gutenberg-Gymnasiums und der Musik- und Kunstschule.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Die in Heidelberg geborene Friedrich studierte in München und arbeitete dann bei verschiedenen Zeitungen und Rundfunksendern. Mit Texten über berühmte Liebespaare wurde sie als Buchautorin bekannt. Besonders ihr Buch über die Ehe des Filmstars Anny Ondra mit dem deutschen Boxweltmeister Max Schmeling belegt die präzise und intensive Arbeit der Autorin. Viele unbekannte Details werden enthüllt, und durch ihren schonungslos realistischen, knappen und oft ironischen Stil werden die faktischen Grundlagen ihrer Recherche zu einem Lesevergnügen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Aber es gibt auch kürzere Texte von ihr. Aus dem Sammelband "Berühmte Liebespaare" las die Autorin die Beziehungsgeschichte zwischen Stummfilmstar Gloria Swanson und Joseph Patrick Kennedy. Der Inhalt des Textes, nämlich die ungeschminkte Wahrheit über den Gangster und Begründer des Kennedy-Clans, stand im starken Kontrast zum, leisen, fast emotionslosen Vortrag. Eine andere, aber durchaus nicht glücklichere Liebesbeziehung, schildert der Text über das Liebespaar Simone Signoret und Yves Montand. Schade, dass ein Abend so schnell zu Ende geht.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-5690652046740335114?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5690652046740335114'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5690652046740335114'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/12/realistisch-knapp-und-ironisch.html' title='Realistisch, knapp und ironisch'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-8809143706326134158</id><published>2008-12-08T20:51:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.675+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Originelle Poetin mit eigenständigem Tonfall</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;&lt;strong&gt;Originelle Poetin mit eigenständigem Tonfall&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;George-Konell-Preis an Silke Scheuermann&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Von &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;WIESBADEN Es ist schon merkwürdig: Da verleiht die Stadt Wiesbaden alle zwei Jahre einen hochdotierten und angesehenen Literaturpreis, und es scheint nur wenige Menschen zu interessieren. Woran das liegt?&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Sicherlich nicht am festlichen Programm. Der große Festsaal des Rathauses ist ein würdiger Ort, die Begrüßungsworte durch den Oberbürgermeister Helmut Müller, die Anwesenheit von Kulturreferentin Rita Thies und mehreren Magistratsmitgliedern unterstrich die Bedeutung, und die stimmungsvolle Untermalung durch das Klarinetten Trio der Musik- und Kunsthochschule gab der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Schon zum zehnten Mal wurde der von der Witwe des Wiesbadener Schriftstellers Georg Konell gestiftete Preis an eine Autorin oder einen Autor für sein Lebenswerk oder für ein vielversprechendes Talent vergeben. Auch an den Preisträgern kann es nicht liegen. Mit Gudrun Pausewang (1998), Stefan Kaluza (2000), Katja Behrens (2002), Ricarda Junge (2004) und Peter Kurzeck (2006) waren es weder Eintagsfliegen noch unbekannte Schriftsteller, die mit dem Preis ausgezeichnet wurden.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;Dieses Jahr hatte sich die Jury für die 35-jährige in Frankfurt lebende Autorin Silke Scheuermann entschieden, die seit ihrem Lyrik-Debüt "Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen" (2001) mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde und als eine der wichtigsten literarischen Entdeckungen der letzten Jahre gefeiert wird.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;"&gt;So bezeichnete sie auch der Literaturkritiker Uwe Wittstock in seiner Laudatio als eine hochbegabte Schriftstellerin und eine originelle Poetin. Besonders ausführlich ging er auf den "biografischen Vampirismus" ein, das Motiv, das sich wie ein roter Faden durch das bisherige Werk der Schriftstellerin ziehe. Mit ihrem zeitdiagnostischen Erzählen in den Prosatexten (Wittstock) und dem eigenständigen Tonfall ihrer Lyrik (Jury) sei sie eine würdige Preisträgerin, was Silke Scheuermann anschließend mit dem Vortrag der Gedichte "Träumende Bücher" und "Die Art, wie Gedichte arbeiten" beeindruckend unter Beweis stellte.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-8809143706326134158?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8809143706326134158'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8809143706326134158'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/12/originelle-poetin-mit-eigenstandigem.html' title='Originelle Poetin mit eigenständigem Tonfall'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-500836430173333583</id><published>2008-12-06T09:41:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.676+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Eichhörnchen als gewissenlose Mörder</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Lesung mit Markus Bennemann im Pressehaus&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Von &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;WIESBADEN In der Reihe "Buch Habel bei Kurier Kultur" fand die letzte Veranstaltung in diesem Jahr weihnachtsgeschäftsbedingt im Pressehaus statt. Unter die zahlreichen Besucher hatten sich neben Tierliebhabern, Krimifans auch Journalisten gemischt. Nicht von ungefähr. Galt es doch, dem ehemaligen Redakteur beim Wiesbadener Kurier Markus Bennemann bei der Vorstellung seines aktuellen Buchs neugierig-gespannt zuzuhören und von dessen Ermittlungsergebnissen bei 42 Mordfällen zu erfahren.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Selten verlief eine Buchvorstellung über grausame Tötungsdelikte und perfide Mordpläne derart locker und humorvoll. Schon die witzig-ironischen Fragen von Kurier-Feuilletonchefin Viola Bolduan, die den Abend moderierte, ließen deutlich erkennen, welchen Spaß und Eindruck die Lektüre des Sachbuchs "Im Fadenkreuz des Schützenfischs" gemacht und hinterlassen haben. Fasziniert lauschten die Zuhörer, wenn der Wiesbadener Autor vom Massenmörder Marienkäfer berichtete - oder wie hinterhältig-raffiniert Glühwürmchenfrauen beim Anlocken ihrer Opfer agieren.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Als Bennemann dann auch noch die herzigen Eichhörnchen als brutale und gewissenlose Mörder von Vogelküken enttarnte, ging nicht nur ein Aufschrei durch die Eichenhörnchenschutzgemeinschaft, die sich vehement gegen die Diffamierung ihres Lieblingstierchens wehrte, sondern wurde auch so mancher Kopf im Pressehaus ungläubig hin und her gewiegt. Genau hier scheiden sich die Geister beziehungsweise die eigenen Empfindungen. Indem wir unsere menschlichen Moralvorstellungen auf die Tierwelt übertragen, entsteht dieser Zwiespalt zwischen der Faszination über den Erfindungsreichtum der Natur und der Erkenntnis der brutalen Lebensrealität im Kampf um Erhaltung und Fortpflanzung der jeweiligen Art. "Im Fadenkreuz des Schützenfischs" werden neueste wissenschaftliche Ergebnisse dargestellt und somit faktisches Wissen vermittelt. Zusammen mit der verständlichen, ironischen und unterhaltsamen Darstellungsweise bleiben beim Leser keine Wünsche offen - außer vielleicht noch weitere Geschichten von tierischen Täter und Opfern in einem nächsten Band lesen zu dürfen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Markus Bennemann: "Im Fadenkreuz des Schützenfischs. Die raffiniertesten Morde im Tierreich"; Eichborn, Frankfurt; 256 Seiten; 19,95 Euro.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-500836430173333583?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/500836430173333583'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/500836430173333583'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/12/eichhornchen-als-gewissenlose-morder.html' title='Eichhörnchen als gewissenlose Mörder'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-6176248155498433319</id><published>2008-09-22T18:07:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.678+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Wo, in Zeus´ Namen, liegt Kilikien?</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Raoul Schrott beim Rheingau Literatur Festival&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="color:#000000;"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Von &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;Richard Lifka&lt;/span&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;GEISENHEIM Was ist los, wenn sich zweihundert Menschen bei Kerzenlicht im Gewölbe der Sektkellerei Bardong in Geisenheim versammeln und bei stickig-warmer Luft über zwei Stunden lang gebannt ausharren? Ein mit Tiroler Akzent sprechender Mittvierziger betritt die Bühne und wird vom Publikum des Rheingau Literatur Festivals wie ein Popstar empfangen. Er ist kein Sänger, trägt aber einen Gesang vor, ist kein Prediger, spricht aber über Götter, ist kein Politiker, berichtet aber von blutigen Schlachten. Vor allem ist er kein Revolutionär, schreibt aber das Skandalbuch des Jahres.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott hat nichts anderes getan als schon viele vor ihm. Er hat ein 2500 Jahre altes Werk übersetzt. Das in 24 Gesänge aufgeteilte Epos heißt "Ilias", und den Autor nennen wir Homer. Obwohl das nicht sein Name war, stellt Raoul Schrott sofort klar, als Moderator Heiner Boehncke seine erste Frage stellt. Wie von Athene geküsst, löst die knappe Frage einen Redeschwall des Gastes aus. Den Zuhörern schwirrt der Kopf, was da an Wissen, Ideen und Forschungsergebnissen auf sie einprasselt - und so verständlich, dass auch derjenige, dem die griechische Mythologie bisher eher verschlossen geblieben war, Lust bekommt, sich mit dem Trojanischen Krieg, Achilleus, Agamemnon und wie die Urväter der europäischen Kulturgeschichte alle heißen, zu beschäftigen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Populistisches Gehabe nennen das Schrotts Gegner, renommierte Altphilologen, Althistoriker und Schliemanns Erben. Schrotts Thesen haben deren Homer-Bild und Wissen über den abendländischen Ursprungsmythos stark ins Wanken gebracht. Da gibt es auch einiges zu diskutieren. Homer sei kein Grieche gewesen, sondern ein assyrisch gebildeter Schreiber, die Trojanischen Kriege hätten nicht in Troja stattgefunden, sondern in der kilikischen Ebene. Kilikien, in der türkischen Kniebeuge zu Syrien hin gelegen, sei Homers Heimat, und dort spiele sein Epos. Schrotts Buch "Homers Heimat" hat den gesamten Kulturbetrieb aufgemischt.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Genauso umstritten ist die Übersetzung: Der heutigen Sprache nahe gebracht, ist verzeihlich, aber auch dem heutigem Geist - ist das nicht ein Sündenfall? Aus diesem Sündenfall las Schrott eine Stunde lang vor, manchmal in Altgriechisch, zumeist jedoch in seinem Deutsch. Und das faszinierte. Weitere Gäste des Festivals waren an diesem Wochenende: Jenny Erpenbeck, Jan Seghers und Oliver Bock.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-6176248155498433319?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6176248155498433319'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6176248155498433319'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/09/wo-in-zeus-namen-liegt-kilikien.html' title='Wo, in Zeus´ Namen, liegt Kilikien?'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-4906157517431053321</id><published>2008-09-20T18:10:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.680+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Wenn ich über Liebe schreibe ...</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;... denke ich an den Tod&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Lesung mit Schriftstellerin Keto von Waberer im Literaturhaus&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Von &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;WIESBADEN Die Aufrechterhaltung der Lebensqualität von Menschen, die unheilbar erkrankt sind, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben, ist das Hauptziel der Palliativmedizin. Ein Kongress dieser Mediziner tagt zurzeit in Wiesbaden und wird mit einer vom Kulturamt organisierten Veranstaltungsreihe umrahmt. Dass es dabei um Fragen des Sterbens, den Umgang mit Tod und den Verlust geliebter Menschen geht, ist zwangsläufig. Ein Thema, das schon immer Gegenstand von Literatur war und ist. Das Wiesbadener Literaturhaus hatte dazu die in München lebende Schriftstellerin Keto von Waberer geladen.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Zwei ihrer Werke stellte sie in Auszügen vor und diskutierte mit dem vorwiegend weiblichen Publikum unter Moderation der Journalistin Shirin Sojitrawalla darüber. In ihrem Buch "Schwestern" thematisierte die Autorin den realen Tod ihrer Schwester, um die dadurch ausgelöste eigene Lebenskrise zu verarbeiten. Aber auch, um das Leben dieses geliebten Menschen der Gefahr des Vergessenwerdens zu entreißen. "Ich bin der Chronist der Geschichte meiner Schwester." Natürlich sieht Keto von Waberer die Problematik einer derartigen "Betroffenheitsliteratur" und erklärte sehr anschaulich, wie der Schreibprozess dazu führt, dass am Ende die Autorin selbst nicht mehr weiß: Was sind in dem Erzählten wahre, was sind erfundene Erinnerungen? Ihr aktuelles Buch "Umarmungen" ist eine Sammlung von zwölf Erzählungen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Geschichten, "natürlich mit Tod, irgendwie", die das Thema der Unmöglichkeit des immerwährenden Glücks umkreisen, die einzelne Karten des "Memory-Spiel des Lebens" aufdecken. Die Erzählung "Stella", die die Schriftstellerin vorlas, beeindruckte durch die Bilder, die sie hervorrief und die in den Köpfen der Zuhörer in den Räumen des Presseclubs einen sehr individuellen Film ablaufen ließen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Die anschließende Diskussion über den Umgang mit Sterben und Tod in unserer Gesellschaft - beispielsweise im Vergleich zu aztekischen Trauerritualen (Keto von Waberer lebte für mehrere Jahre in Mexiko) - zeigte, wie wichtig es ist, darüber zu schreiben, um offen über das Thema sprechen zu können.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:#000000;"&gt;Keto von Waberer: "Umarmungen", Berliner Taschenbuch Verlag, 2007; 160 Seiten 7,50 Euro.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-4906157517431053321?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4906157517431053321'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4906157517431053321'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/09/wenn-ich-uber-liebe-schreibe.html' title='Wenn ich über Liebe schreibe ...'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-771917118593822389</id><published>2008-08-25T18:11:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.681+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Anspruchslosigkeit, Fröhlichkeit und -</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;natürlich - Liebe&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Schauspieler Bernd Ripken bei den Burghofspielen: "Aus dem Leben eines Taugenichts"&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Von &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;ELTVILLE Ein Taugenichts ist ein Mensch, der zu nichts taugt oder einen Lebensstil pflegt, der niemandem etwas nützt. In der Literatur, vorrangig des 19. und 20. Jahrhunderts, wurden auch Nachkommen bürgerlicher Familien mit diesem Namen bedacht, die sich nicht der Familientradition anschlossen, bürgerliche Berufe zu ergreifen, sondern sich entschlossen, eigene Wege zu gehen. Einen der berühmtesten aller Tunichtgute hat Joseph von Eichendorff geschaffen und ihn in einer Novelle aus seinem Leben erzählen lassen. Das Geschehen wird aus der Ich-Erzähler-Perspektive geschildert, so dass der Leser lediglich die subjektive Schilderung des Geschehens erfährt und somit auch in die Gefühls- und Gemütslage des Helden eingebunden ist. Die wiederum steht im Wechselspiel zwischen herrschendem Naturzustand und dem Befinden der Menschen um ihn herum.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Welcher Text könnte geeigneter sein, ihn im Freien, so im Langwerther Hof in Eltville, im Wechselspiel des Wetters, von stechender Sonne bis böigem Wind, musikalisch begleitet, vorgetragen zu werden. Der jeweiligen seelischen Verfassung des Taugenichts Rechnung tragend, ließen Jana Bousková ihre Harfe und Roman Novotny seine Querflöte lustig, quirlig singen oder traurig, dunkel klagen.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN-LEFT: 1pt"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Hervorgerufen wurden diese wechselnden Stimmungslagen von Schauspieler Bernd Ripken. Gelassen im Ledersessel sitzend, las er die ersten beiden Kapitel von "Aus dem Leben eines Taugenichts" und entführte im Nu nicht nur sich, sondern auch die Musiker und das Publikum in die Welt eines jungen Mannes, der gegen den Erwartungsdruck des Vaters ziellos in die weite Welt sich schickt, um sein Glück zu machen. Glück, das für einen Taugenichts bedeutet: Anspruchslosigkeit, Fröhlichkeit und - natürlich - Liebe.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-771917118593822389?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/771917118593822389'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/771917118593822389'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/08/anspruchslosigkeit-frohlichkeit-und.html' title='Anspruchslosigkeit, Fröhlichkeit und -'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-9091768561093255599</id><published>2008-08-17T21:04:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.685+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Hintergründiger Humor aus einer Traumstadt und Irrenanstalt</title><content type='html'>Literarisch-musikalische Matinee mit Rosemarie Fendel und Olaf van Gonnissens&lt;br /&gt;Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer bis jetzt den Münchner Dichter Peter Paul Althaus noch nicht kannte, der hat ihn bei den diesjährigen Rheingauer Bughofspielen kennengelernt. Nicht nur kennengelernt, sondern sicherlich auch ins Herz geschlossen. An dem, was im Langenwerher Hof zu Eltville, zwei Stunden lang an beißend ironischen Texten mit hintergründigem Humor in gereimten Unverschämtheiten auf die vielen Zuhörer niederprasselte, wird noch lange zu knappern sein. Denn durch den scheinbar unerschöpflichen Humor des P.P.A., wie sich der Kabarettist selbst nannte, schimmerte oft große Wehmut und Melancholie. Unvergleichlich einfühlsam von der Schauspielerin Rosemarie Fendel vorgetragen, wurde den nun schon über 50 Jahre alten Texten Leben eingehaucht, wurden sie jung, frisch und aktuell. Unter welch innerlichen Qualen der Dichter seine humorvollen Werke hervorbrachte, lässt sich schon allein aus dem Motto ablesen, unter dem die literarisch-musikalische Matinee stand: "Wirklich lebe ich nur nachts in meinen Träumen". In diesen Nächten lebte Althaus in einer eigenen Welt, "In der Traumstadt" (erschienen 1951). Fendel, die zurückhaltend und nervös begann, steigerte sich mit jedem Gedicht, tauchte immer tiefer in die Traumwelt des Dichters ein und brillierte dann mit Texten aus "Dr. Enzian" (1952). Nach der Pause entführte sie das Publikum in eine Irrenanstalt, voll besetzt mit "sanften Irren" (1956). "Wir sanften Irren leben etwas hinterm Mond / wir haben seine andre Seite oft betrachtet. / Wir sind das Leben hinterm Mond gewohnt; / es ist dort immer etwas leicht umnachtet." Gespannt lauschend erfuhren die außerhalb dieser Anstalt Lebenden, nicht nur, warum die sanften Irren die Tageszeitung verkehrtherum halten, sondern beispielsweise auch, dass Gottes Anschrift nicht im Adressbuch eines Marsianers steht. Die Spannung konnten auch laut krächzende Krähen (es klang fast zustimmend), läutende Glocken oder sich im Landeanflug befindliche Flugzeuge nicht unterbrechen. Noch gesteigert wurde sie durch die akustische Gitarre Olaf van Gonnissens, der die Texte musikalisch untermalte, manchmal mit ihnen Zwiesprache hielt und fein abgestimmt Fendels Vortrag begleitete.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-9091768561093255599?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/9091768561093255599'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/9091768561093255599'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/08/hintergrundiger-humor-aus-einer.html' title='Hintergründiger Humor aus einer Traumstadt und Irrenanstalt'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-2687635654330612892</id><published>2008-06-10T21:02:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.687+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Eine unheimliche „Schöne Geschichte“</title><content type='html'>Ricarda Junge stellte im Presseclub ihren neuen Roman vor&lt;br /&gt;Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Lieben kann man nur, wenn man nicht an den Tod denkt“, sagt der Freund der Ich-Erzählerin Marie im ersten Abschnitt des neuen Romans von Ricarda Junge. Aber wie sollte Marie den Tod vergessen, wenn das „Zischen aus ihrer Lunge“ sie stets an ihn erinnert. Trotz sommerlicher Schwüle und Fußballfieber waren viele Besucher der Einladung des "Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine" gefolgt, um in den Räumen des Presseclubs „Eine schöne Geschichte“ zu hören, eine Geschichte von der Suche nach Leben und Liebe, vom Verlieren und Wiederfinden. Aber nicht nur Maries Intensität der Gefühle, angesichts ihres bevorstehenden Todes, wirken unheimlich. Sie und ihre Freundin Colina studieren in einer namenlosen Stadt, in der Menschen und Häuser verschwinden, in der im nächsten Moment nichts mehr so ist, wie zuvor. Dennoch geht nichts verloren, alles taucht wieder auf, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Marie hat die Liebe gefunden. Unerschütterlich glaubt sie daran, trotz aller Irrwege und der ständigen Angst vor dem Verlust. Dieses Verlieren- und Wiederfinden-Szenario wiederholt sich im zweiten Erzählabschnitt, nun jedoch in einem geschlossenen Raum, einem mysteriösen Hotel. Nur Frauen dürfen die Hotelzimmer bewohnen, Männer werden im Keller untergebracht. Die Geschehnisse und Beschreibungen eines Geheimganges überspringt die Schriftstellerin zwei Mal bewusst und weist die gespannt lauschenden Zuhörer daraufhin. Sicherlich, kein leicht zu lesendes Buch, aber ein Roman, dessen Rhythmus und Sprachklang den Leser in seinen Bann zieht und nicht mehr los lässt. Im anschließenden Gespräch, mit der wie immer souverän moderierenden Feuilletonisten Viola Bolduan, machte Ricarda Junge klar, dass im Schreib- und Überarbeitungsprozess ein Text mit Eigenleben entsteht, dessen Wirkung vom Autor nicht zu überblicken ist. Nach diesem unbeschreiblichen Geschehen, wisse das Buch mehr als dessen Urheber. Dieses Wissen zu nutzen und zu erkennen ist nun die Aufgabe des Lesers, des Kritikers und des Literaturwissenschaftlers. &lt;br /&gt;Info:  Ricarda Junge: "Eine schöne Geschichte", S. Fischer Verlag, 256 Seiten, 17,90 Euro&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-2687635654330612892?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2687635654330612892'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2687635654330612892'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/06/eine-unheimliche-schone-geschichte.html' title='Eine unheimliche „Schöne Geschichte“'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-1613701692920592527</id><published>2008-05-16T21:05:00.000+02:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.688+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Die lakonische Erzählung einer Existenzvernichtung</title><content type='html'>Annette Pehnt las im Museum aus ihrem Roman „Mobbing“&lt;br /&gt;Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwischen „Schwalbenflug der Sonne entgegen“ und „In der Weltkugel gefangen“, Bildern der Malerin Rebecca Horn, saß die diesjährige Inhaberin der „Poetikdozentur: junge Autoren“ der Wiesbadener Fachhochschule Annette Pehnt und stellte ihren Roman „Mobbing“ vor. Da das Literaturhaus wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, wurde die Veranstaltung ins Museum verlegt. Atmosphärisch und optisch sicherlich ein Genuss, akustisch eine Qual. Trotz Mikrofon und Verstärkeranlage (oder gerade deswegen?) flogen viele Wörter und Sätze vielleicht der Sonne entgegen, aber nicht in die Gehörgänge der vielen Besucher. Das war schade, denn die Autorin hatte viel zu erzählen, animiert durch sehr gezielte Fragen der gut vorbereiteten Moderatorin Shirin Sojitrawalla. Das Gespräch machte deutlich, warum das aktuelle Werk der in Köln geborenen Autorin, in der Kritik so unterschiedlich aufgenommen wurde. Einerseits beteuerte Pehnt, dass die Distanz zum Thema große Bedeutung habe, um ordentlich mit der Sprache umgehen zu können, andererseits gestand sie, dass sie selbst mit einem Fall von Mobbing in der eigenen Familie konfrontiert worden sei, auch noch während der Arbeit an diesem Buch. So erinnert eine Kritikerin der „Zeit“ „Mobbing“ eher an einen Ratgeber als an die „Sphäre überlebensfähiger Prosa“, wohingegen in der „FAZ“ zu lesen war: Erst bei aufmerksamer Lektüre bemerkt man, die „subtile Raffinesse, mit der Pehnt hier schreibt“. Genau diese Widersprüchlichkeit macht das kleine Büchlein so interessant. Durch die subjektive Sichtweise, nicht des Mobbing-Opfers, sondern dessen Ehefrau und den unspektakulären Erzählstil, bleibt das Thema in der Schwebe, auch über den Schluss hinaus. All unser Wissen stammt vom Opfer. Von ihm erfahren wir, warum es sich gemobbt fühlt. Glauben wir ihm? Die vorgelesenen Passagen verdeutlichten jedenfalls sehr eindrucksvoll, wie dieses Phänomen unserer modernen Gesellschaft die Betroffenen zerstören und Familien vernichten kann.&lt;br /&gt;Info:  Annette Pehnt: "Mobbing", Piper Verlag, 160 Seiten, 16,90 Euro&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-1613701692920592527?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1613701692920592527'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/1613701692920592527'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2008/05/die-lakonische-erzahlung-einer.html' title='Die lakonische Erzählung einer Existenzvernichtung'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-3277822884602419604</id><published>2007-04-18T10:28:00.000+02:00</published><updated>2010-07-16T10:28:52.751+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Krimi, Sekt und Saumagen</title><content type='html'>&lt;p&gt;Die Criminale an der Deutschen Weinstraße    &lt;br /&gt;Vom 18.04.2007    &lt;br /&gt;Von Richard Lifka &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;WIESBADEN Vom 18. bis 22. April sind die Städte und Gemeinden entlang der sich von Bockenheim im Norden bis an die französische Grenze hin erstreckenden Tourismus-Route &amp;quot;Deutsche Weinstraße&amp;quot; nicht nur Treffpunkt von Wein- und Sektgenießern, sondern auch ganz auf Krimi eingestellt. Zum 21. Mal treffen sich die Mitglieder des &amp;quot;Syndikats&amp;quot; (der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren) dieses Jahr zu ihrer &amp;quot;Criminale&amp;quot;, dem größten Festival deutschsprachiger Kriminalliteratur, in der Pfalz. Schon vor der Verleihung der begehrten Friedrich-Glauser- Preise (für den besten Kriminalroman, das beste Debüt und den besten Kurzkrimi 2006) und des Hansjörg-Martin-Preises (für den besten Kinder- und Jugendkrimi 2006) bei der Abschlussveranstaltung &amp;quot;Tango Criminale&amp;quot; am 21.04. in Neustadt, ist die gesamte Region fünf Tage lang in literarisch-krimineller Hand. Etwa 180 Autorinnen und Autoren, darunter Bestsellerautoren wie Ingrid Noll und Jacques Berndorf, werden bei über 100 Veranstaltungen in vierzig Orten dafür sorgen, dass die Krimifans auf ihre Kosten kommen. Die bekannte Vorliebe der Pfälzer zu leiblichen Genüssen in fester und vor allem auch flüssiger Form wird dabei natürlich nicht unberücksichtigt bleiben. Bei fast allen Lesungen gibt es nicht nur was zu hören und zu sehen, sondern werden auch Wein- und Sektproben durchgeführt oder köstliche Menus serviert. Wer dabei an einen deftigen Saumagen denkt, liegt sicherlich nicht ganz falsch. Wie es der Zufall so will, findet gleichzeitig die &amp;quot;Pfälzer Wein- und Sektmesse&amp;quot; statt und gehört somit auch zu einem der mörderischen Schauplätze. Um nach all den Kalorien etwas für seine Figur zu tun, kann man an einer Sauna-Lesung teilnehmen, den &amp;quot;FC Criminale&amp;quot; (die Fußballmannschaft der Krimiautoren) bei ihrem Spiel gegen die &amp;quot;Pfälzer-Ausles&amp;quot; zuschauen und die &amp;quot;Krimiautorinnen-Cheerleader-Formation&amp;quot; kräftig unterstützen. Etwas gemütlicher geht es zu, wenn Vorleser und Zuhörer im historischen Dampfzug &amp;quot;Kuckucksbähnl&amp;quot; von Neustadt nach Elmstein fahren. Schon die Auftaktveranstaltung im Reptilium in Landau verspricht hochkarätiges, wenn Sabine Deitmer, Barbara Krohn, Jacques Berndorf und Jürgen Kehrer zur Musik der Krimi-Kultband &amp;quot;Boogaloo&amp;quot; Textpassagen aus eigenen Werken und aus Klassikern des Genres zu einem neuen Fall der Fälle vereinigen, zu einer Krimi-Sinfonie. Auch für den Nachwuchs wird gesorgt. Im Bad Dürkheimer &amp;quot;Haus Cartoir&amp;quot; und im Landauer Zoo gibt es einen Krimitag, mehrere Schulprojekte beschäftigen sich mit Kriminalliteratur, außerdem wird es eine Veranstaltung mit dem sAutor und ehemaligen Drogenfahnder Jörg Schmitt-Kilian für Jugendliche geben. Nach seinem Buch ist der Film &amp;quot;Jenny&amp;quot; entstanden, der von der Gefahr der Drogensucht handelt. Rechtzeitig zur Criminale erscheint die Krimianthologie &amp;quot;Tatort Deutsche Weinstraße&amp;quot; mit 18 Kurzkrimis. Schon im Sommer letzten Jahres wurden die Autorinnen und Autoren von den jeweiligen Gemeinden eingeladen und haben vor Ort recherchiert. Die Ergebnisse dieser Tatortbegehungen, beispielsweise was es mit &amp;quot;Des Kanzlers Kreditkarte&amp;quot;, &amp;quot;Dem Schweigen in Schweigen&amp;quot; oder der &amp;quot;Eselei auf der Madenburg&amp;quot; auf sich hat, kann der Pfalz- und Krimiliebhaber während oder nach dem Festival in genüsslicher Gespanntheit nachlesen. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-3277822884602419604?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/3277822884602419604'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/3277822884602419604'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2007/04/krimi-sekt-und-saumagen.html' title='Krimi, Sekt und Saumagen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-5994930795148447247</id><published>2007-03-12T21:32:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.690+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Am Tag die Stadt erkunden und in der Nacht schreiben</title><content type='html'>Die Stipendiaten des Hessischen Literaturrats in Wiesbaden&lt;br /&gt;von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;WIESBADEN Unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Auf der einen Seite die in Kanada geborene und in Bordeaux lebende Mariane Fiori, auf der anderen der in Vilnius beheimatete Marius Ivaskevicius. Beide Schriftsteller und als Stipendiaten des Hessischen Literaturrates zu Gast in Wiesbaden.&lt;br /&gt;Sie habe sich die Stadt erwandert, ohne Ziel sei sie losgegangen, um dort zu verharren, wohin ihre Füße sie trugen, schildert Mariane Fiori mit leiser Stimme die Eindrücke ihres zweimonatigen Aufenthalts in der Landeshauptstadt. Ihr sei aufgefallen, dass im Krieg wenig zerstört worden sei, die Stadt habe ihre Atmosphäre behalten, im Vergleich zu Frankfurt oder Offenbach beispielsweise, wo sie zu Lesungen war. Das Thema Zweiter Weltkrieg beschäftigt sie. Sie gehöre zu der Generation, die in den 80er Jahren in Frankreich begonnen habe, die Rolle des Vichy-Regiems aufzuarbeiten, über das Schicksal der Juden öffentlich nachzudenken. Deshalb spiele ihr Roman "Junges Blut" (1989 in Frankreich, übersetzt 2002 bei dtv) in den 40er Jahren. Dafür habe sie intensiv recherchiert. Mittlerweile hat sie fünf Theaterstücke geschrieben, Texte für Kinder, Oper und Ballett. Aber nicht nur Literatur und Theater interessiert sie. Neben dem Studium hat sie eine Ausbildung als Trapez-Artistin und Barock-Tänzerin absolviert.&lt;br /&gt;Ganz anders der offene und selbstbewusste Litauer. Drei Mal war er schon in Wiesbaden. Schließlich ist er der litauische Pate für die Wiesbadener Theaterbiennale "Neue Stücke aus Europa". Marius Ivaskevicius, einer der bedeutendsten Gegenwartsautoren Litauens, Journalist, Prosa- und Drehbuchautor, Dramatiker und Regisseur fühlt sich wohl in Wiesbaden. Zwar kann er sich nicht vorstellen, hier zu wohnen, dafür sei ihm die Stadt zu klein. Dennoch war dieser Aufenthalt im Rahmen des Stipendiums für seine schriftstellerische Arbeit anregend und nicht mit den anderen `Gastspielen´ zu vergleichen. Während der Biennale komme er eben kaum aus dem Theater heraus. Jetzt habe er Zeit gehabt, die Stadt kennen zu lernen, herumzureisen und, vor allem nachts, viel zu schreiben. Sein neuer Roman spiele zu großen Teilen in Frankfurt und die Recherche vor Ort, sei sehr motivierend.&lt;br /&gt;Mit seinem Programm ist es dem Literaturrat gelungen, einen weiteren kulturellen Austausch mit europäischen Partnerregionen Hessens in die Wege zu leiten. Es ist zu hoffen, dass wir schon bald wieder Gäste begrüßen können, genauso wie hessische Künstler in die Partner-Regionen reisen werden. Mariane Fiori und Marius Ivaskevicius, so unterschiedlich sie auch sind, sie haben gemeinsam, dass sie ein Stück Wiesbaden, ein Stück Hessen mit in ihre Heimat nehmen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-5994930795148447247?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5994930795148447247'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/5994930795148447247'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2007/03/am-tag-die-stadt-erkunden-und-in-der.html' title='Am Tag die Stadt erkunden und in der Nacht schreiben'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-8555903370439985560</id><published>2007-03-01T21:43:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.698+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Klischees abbauen, Grenzen überwinden</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;color:black;"&gt;Deutsch-Polnische Gesellschaft im Kulturforum: Literatur und Jazzmusik aus dem Nachbarland&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;color:black;"&gt;WIESBADEN Sie endete mit einem Paukenschlag - die Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Mainz-Wiesbaden (dpg). Das heißt, es waren eigentlich viele Paukenschläge, Trommelwirbel, Tamburinklänge, Wind- und Regengeräusche, die den literarischen Abend mit polnischer Lyrik und Prosa ausklingen ließen. Der Jazzmusiker Janusz Maria Stefanski war einer der Gäste, die die dpg mit Unterstützung des Kulturamts und der Hessischen Staatskanzlei zum Thema "Grenzen überschreiten - poetisch, provokant, polnisch" eingeladen hatte. Ein anderer angekündigter Gast, der in Poznania lebende Lyriker Mariusz Grzebalski hatte aus familiären Gründen kurzfristig abgesagt. Drei seiner Gedichte trug die Übersetzerin Agnieszka Kaluza im Original vor und der Moderator Reinhard Lauterbach die deutschen Übersetzungen. Die als surrealistische Provokationen angekündigten Gedichte hatten, für deutsche Ohren zumindest, wenig Aufrüttelndes: "Wir liegen auf dem Steg, ich schlafe fast, / du trägst eine lila Bluse / und das ganze Foto ist lila, ." (Stiefeletten in Orange) oder "Alles ist jetzt so famos und grandios / Auf dieser famosen und grandiosen Welt. / Alle sind so toll. Sogar der Tod, / fürchte ich, leuchtet mit dem Glanz der Geburt ..." (Famos und grandios). Worüber dann auch nicht mehr gesprochen wurde, weder vom Moderator noch später während der Fragerunde mit dem Publikum.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;font-size:10;color:black;"&gt;Ganz anders die in Berlin lebende Schriftstellerin Natasza Goerke, die gut gelaunt ihren Essay "Multigemüsecocktail" vorlas und sich köstlich amüsierte, wenn sie über schwer aussprechbare deutsche Wörter stolperte. Dies hatte Charme und lockerte die zunächst etwas steife Atmosphäre merklich auf. Angestoßen durch Natasza Goerkes Bemerkungen in der vorgelesenen Textpassage über die sich veränderten Klischees der Polen den Deutschen gegenüber und umgekehrt, drehte sich die Diskussion hauptsächlich darum, dass sich die Menschen beider Nationen viel ähnlicher sind, als sie es selbst wahrhaben wollen. Diese Bilder könnten nur durch einen regen (Kultur-)Austausch korrigiert werden, wie es an diesem Abend versucht wurde; und als Janusz Stefanski zusammen mit dem Publikum eine Klangkollage improvisierte, auch gelang. Da waren die Grenzen nicht nur überschritten, sondern ganz einfach verschwunden. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-8555903370439985560?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8555903370439985560'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8555903370439985560'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2007/03/klischees-abbauen-grenzen-uberwinden.html' title='Klischees abbauen, Grenzen überwinden'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-4867973822546113542</id><published>2007-02-09T21:31:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.700+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Alles erfunden, aber nichts gelogen</title><content type='html'>US-Autorin T Cooper liest aus ihrem neuen Roman "Lipshitz" im Literaturhaus&lt;br /&gt;Von  Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel Publikum im Literaturhaus anlässlich der Lesung der amerikanischen Schriftstellerin T Cooper: Die schmächtige junge Frau in Flatterjeans und weißem Streifenhemd stellte ihren Roman "Lipshitz" vor (marebuchVerlag). Die nun auch auf Deutsch erschienene Familiensaga, stehe in einer Reihe amerikanischer Romane, die nach dem 11. September die Frage nach Herkunft und Identität stellen, so einleitend Kulturdezernentin Rita Thies. Die Geschichte beginnt, konventionell erzählt, mit der Flucht der Familie des Urgroßvaters Lipshitz 1907 aus Russland und deren Einreise in die USA. Kurz nach der Ankunft geht der jüngste Sohn Ruben verloren und bleibt für immer verschollen. "Für immer" ist für die Autorin allerdings eine relative Wahrheit.&lt;br /&gt;Als die Mutter 1927 in der Zeitung ein Bild des Atlantiküberfliegers Charles Lindbergh sieht, ist sie sicher, in ihm den vermissten Ruben zu erkennen. Die Autorin tut nun alles, uns im Ungewissen zu lassen. Ist er es, oder ist er es nicht? Um dieses Thema kreiste dann auch das Gespräch zwischen T Cooper und der souverän fragenden und übersetzenden hr2-Moderatorin Kathrin Fischer: Was ist wahr, was Fiktion? Bis auf historische Ereignisse, Orte und Zeiten, sei alles erfunden, aber nichts gelogen, so Cooper. Entscheidend sei, dass durch die Erzählung Fiktion zur Wahrheit werde. Was denn sei wahrer: ein Bild des winkenden US-Präsidenten beim Verlassen eines Flugzeugs in Geschichtsbüchern, oder die Suche einer verzweifelten Mutter nach ihrem verlorenen Sohn, von der nie jemand erfahren hätte, wäre es nicht aufgeschrieben? Ein Bruch des Erzählstils fällt auf, als die Geschichte des letzten noch lebenden Nachkommens der Familie Lipshitz Thema wird. T Cooper, so der Name der Romanfigur (!), ist ein ehemaliger Schriftsteller, der im Jahre 2002 als Eminem-Double auftritt. Ganz im Hip- Hop-Ton formuliert hier die Autorin, übernimmt amerikanische Jugendsprache und wechselt in rhythmischen Sprechgesang. Sehr schön nachvollziehbar in der von Cooper gelesenen englischen und von dem Schauspieler Oliver Wronka vorgetragenen deutschen Fassung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-4867973822546113542?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4867973822546113542'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4867973822546113542'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2007/02/alles-erfunden-aber-nichts-gelogen.html' title='Alles erfunden, aber nichts gelogen'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-2932278439954446975</id><published>2007-02-05T21:37:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.702+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Die Kunst ist heiter und sonst gar nichts</title><content type='html'>&lt;span xmlns=""&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Robert-Gernhardt-Abend im Literaturhaus&lt;br /&gt;Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;WIESBADEN Eng gestellte Stuhlreihen, zusätzliche Sitzplätze im Nebenraum und im Foyer - alles besetzt. Noch manche Besucher mussten enttäuscht, weil sie doch keine Karte mehr bekamen, wieder gehen. Proppenvoll also war es im Wiesbadener Literaturhaus zur "Hommage an Robert Gernhardt", mit den beiden Rezitatoren Jochen Nix und Wolfgang Vater. Mit "Ein Punkt im Raum, ein Nichts im Sein/War da je Strom, je Floß, je Schwein", begann Wolfgang Vaters Bass und Jochen Nix antwortete: "Da haben wir den Salat, ich bin ein Literat".&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Und dieser Literat war häufig in Wiesbaden und Umgebung zu Gast. 2001 amüsierte er das Publikum eine Woche lang als Gastgeber der Literaturtage; 2002 nahm er den Rheingau Literatur Preis auf Schloss Vollrads entgegen, und 2004 las er zu Ehren Volker Kriegels im Theater-Foyer. Nun galt es, ihn, den im Sommer vorigen Jahres Gestorbenen, zu ehren - mit den eigenen unverkennbaren und unwiderstehlichen Gedichten. Die prasselten, perlten und krachten über zwei Stunden lang auf die Zuhörer ein und brachten sie mit humorvollen, manchmal sinnvollen, dann wieder sinnlosen Pointen zum Lachen, um sofort wieder in nachdenkliches Schweigen zu wechseln. Zum Glück gab es eine Pause, damit die Gedanken und Gedichte Gernhardts über sich selbst, über Literatur, über Kunst, über Gott, die Welt und Alkohol verdaut werden konnten.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;Für diese Hommage hatte Wolfgang Vater Texte von Gernhardt und über den Lyriker, Satiriker und Maler ausgewählt. Was es da zu hören gab, war ein eindrucksvoller Überblick über sein Werk und gab Einblick in die Welt, wie Gernhardt sie sah und beschrieb, auch, was er unter Kunst verstand: "Kunst, das meint vor allen Dingen/andren Menschen Freude bringen/und aus vollen Schöpferhänden/Spaß bereiten, Frohsinn spenden/ denn die Kunst ist eins und zwar/heiter. Und sonst gar nichts. Klar?"&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:Arial;color:black;"&gt;"Der Reim muss bleim" Es hatte bis in die neunziger Jahre gedauert, bis der 1937 in Estland Geborene, als Schriftsteller hier anerkannt wurde. Weder als Satiriker bei "Pardon" und "Titanic", noch als Drehbuchautor für Otto Waalkes Filme, noch als Verfechter von gereimten Gedichten ("Der Reim muss bleim") entsprach er dem, was von damaliger Literaturkritik gut geheißen wurde ("Sich heute noch auf das uralte Reim- und Regelspiel einzulassen, ist, meine ich, schon mal per se komisch"). Doch: "Keinen Künstler haben die Deutschen so geliebt, und keiner liebte sein Publikum so wie er" (Thomas Steinfeld)-bewies auch das große Interesse des Wiesbadener Publikums an dieser Hommage-Veranstaltung. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-2932278439954446975?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2932278439954446975'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2932278439954446975'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2007/02/die-kunst-ist-heiter-und-sonst-gar.html' title='Die Kunst ist heiter und sonst gar nichts'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-2251302339087238811</id><published>2007-01-27T21:35:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T08:04:28.704+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Darmstädter Amsel, Wiesbadener Nachtigall</title><content type='html'>Eröffnung des hr2-hörfestes im Literaturhaus in der "Welthauptstadt des Hörens" Wiesbadener Von Richard Lifka&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Tür zum ersten Stock des Literaturhauses sitzt der Leiter des Kulturamts, Arno Fischer, hinter einer Tuba versteckt, begrüßt die Gäste mit tiefen Tönen und verführt sie, ins Labyrinth des Hörens einzutauchen. Die gesamte Villa Clementine wird an diesem Abend in einen Ort des Hörens verwandelt. Aus dem flämischen Salon ertönen im Wechsel Klavier- und Geigenmelodien, im Großen Salon zwitschern japanische und deutsche Kohlmeisen. Eine Darmstädter Amsel komponiert virtuos, und eine Wiesbadener Nachtigall brilliert mit ihren Soloeinlagen. Ab und zu beginnt der Kronleuchter zu wackeln, wenn im darüber liegenden Seminarraum lediglich mit der menschlichen Stimme der Klang eines Schlagzeugs erzeugt und dazu marschiert und getrampelt wird. Nur in einem Nebenraum herrscht Stille. Dort werden Klangerlebnisse aus mehreren CD-Playern über Kopfhörer abgespielt.&lt;br /&gt;Bevor dieser wahre Hörmarathon begonnen hatte, war in den Räumen des Presseclubs das hr2-hörfest von Rita Thies eröffnet und Wiesbaden von Volker Bernius zum sechsten . Mal zur "Welthauptstadt des Hörens" ernannt worden. Neben all diesen Tönen gab es noch drei Vorträge, die parallel in den jeweils unterschiedlichen Räumen der Villa Clementine gehalten wurden. In den Pausen konnte man sich stärken, austauschen und auf ein neues Hörerlebnis vorbereiten. Ein Fest, das die akustische Welt erschließen, Besinnung herbeiführen sollte. Dies war der Anspruch, der an diesem Abend voll eingelöst wurde.&lt;br /&gt;Dass ein Film nicht nur gesehen, sondern auch gehört wird, meist unbewusst, verdeutlichte der Stummfilm-Musiker Günter A. Buchwald und machte eindrucksvoll am Flügel und mit seiner Geige bewusst, welche Bedeutung Musik für den Film hat, wie sie das Betrachten der Bilder beeinflusst. Etwas anders der Wiener Vocal Percussionist Richard Filz, der ganz praktisch mit seiner jeweiligen Gruppe Techniken einstudierte, wie man mit Mund und Stimme Rhythmen erzeugen kann. Dem Bio-Akustiker und Ornithologen Bernd Petri gelang es, mit selbst aufgenommenen Vogelgesängen und Naturgeräuschen den Zuhörern zu verdeutlichen, dass sie selbst, allein beim Hören von Vogelstimmen, Jahreszeit, Wochentag und Ort bestimmen konnten, an dem die Aufnahmen gemacht wurden. Man muss eben nur gut zuhören.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-2251302339087238811?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2251302339087238811'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2251302339087238811'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2007/01/darmstadter-amsel-wiesbadener.html' title='Darmstädter Amsel, Wiesbadener Nachtigall'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-632160924463094549</id><published>2006-11-29T13:27:00.000+01:00</published><updated>2011-11-13T13:30:14.471+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Über Krimi'/><title type='text'>Mit einem "woamen" Lemming durch Wien</title><content type='html'>&lt;p&gt;Auch in Österreich werden Krimis geschrieben / Neue Romane zweier Autoren und einer Autorin    &lt;br /&gt;Vom 29.11.2006    &lt;br /&gt;Von &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Richard Lifka &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;WIESBADEN &amp;quot;Auch Österreicher schreiben Krimis&amp;quot;, diese erstaunliche Feststellung stand am 25. Juni vergangenen Jahres in den Salzburger Nachrichten. Der Autor dieses Artikels war sicherlich kein Krimifachmann. Denn solange es deutschsprachige Krimis gibt, gibt es auch österreichische Autorinnen und Autoren. Besonders in Wien leben viele gute und bekannte Krimischreiber. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Einer von ihnen ist Günther Zäuner. Dem Schriftsteller, Drehbuchautor, Journalist und Regisseur wurde 1995 die Goldene Ehrennadel der Bundeskriminalbeamten Österreichs für besondere Verdienste verliehen. Neben zahlreichen TV-Dokumentationen u.a. über die Drogenmafia, hat Zäuner Sachbücher und vier Kriminalromane veröffentlicht. Sein Serienermittler Kokoschansky begann seine Tätigkeit 2003. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mit &amp;quot;Kokoschanskys Dämon&amp;quot; erschien diese Tage ein exzellent recherchierter Thriller, dem es an Authentizität nicht mangelt. Während eines Gottesdienstes in Wien fliegt die Kirche in die Luft und gleichzeitig wird in Niederösterreich ein Priester erstochen. Von Österreich aus greift plötzlich der Terror auf ganz Europa über. Arabische Bekennerschreiben deuten auf islamische Extremisten. Kokoschansky glaubt nicht, dass radikale Moslems die Täter sind. Immer tiefer gerät er in das Netzwerk einer Sekte und seine Gegner sitzen selbst in den obersten Etagen von Polizei, Politik und den Geheimdiensten. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mit einer toten Frau in der Donau, in Bunny-Kostüm und teurem Mantel, gefoltert und ohne Identität, beginnt der dritte Krimi der in Wien lebenden Sabina Naber. Wie schon mit ihrem Debüt &amp;quot;Die Namensvetterin&amp;quot; (2003) verlässt die Autorin in &amp;quot;Die Debütantin&amp;quot; das klassische Krimigenre, vermischt Mord und Sex und endet doch nicht in einem Erotikthriller. Ein spannungsgeladener Plot und brillant gezeichnete Figuren entführen den Leser in ein Wien abseits der Kaffeehäuser, Zuckerbäcker- und Touristen-Kulissen. Die Ermittlungen führen die Kommissarin Maria Kouba in einen sehr komplexen Fall, bei dem Sabina Naber es schafft, unterschwellig und ohne erhobenen Zeigefinger das Thema Rassismus einzuflechten. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aus Polizeidienst entlassenFür sein Krimidebüt &amp;quot;Der Fall des Lemming&amp;quot; erhielt Stefan Slupetzky 2005 den Glauser-Preis, den Krimi-Oscar der deutschsprachigen Autoren. Mit &amp;quot;Lemming&amp;quot; hat er eine sehr eigenbrötlerische und typisch wienerische Figur erschaffen. Der ehemalige Kommissar, der, nachdem sein Vorgesetzter Krotznig dafür gesorgt hatte, dass er aus dem Polizeidienst entlassen wurde, ermittelt nun als eine Art Privatdetektiv in Wien. Lemming ist nicht sein richtiger Name. Eigentlich heißt er Leopold Wallisch. Seinen Spitznamen hatte er weg, nachdem er bei einem Einsatz nicht schnell genug die Waffe zückte und Krotznig ihn vor der Mannschaft als &amp;quot;woamer Lemming&amp;quot; beschimpfte. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Im aktuellen Roman &amp;quot;Das Schweigen des Lemming&amp;quot; spielt Stefan Slupetzky fantasievoll mit einem tatsächlich geschehenen, mysteriösen Kunstraub und legt eine höchst verwickelte Krimikomödie vor, die sich der Kunst, den Besonderheiten Wiens und dem Leben an sich widmet. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der ehemalige Musiker und Zeichenlehrer schrieb Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt, bevor er mit Bühnenstücken, Kurzgeschichten und Romanen begann. Slupetzky versteht seine spannenden, skurrilen und abgründigen Bücher explizit als Wiener Krimis. Da seine Romane voller historischer Bezüge stecken und auch nicht mit Beschreibungen real existierender Orte geizen, ist es für den Krimi- und Wienliebhaber nicht nur ein besonderes Vergnügen mit dem &amp;quot;Lemming&amp;quot; die Wiener Unterwelt kennen zu lernen, sondern auch die Schauplätze abzugehen oder, wie Slupetzky empfiehlt, per Straßenbahn zu erforschen. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-632160924463094549?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/632160924463094549'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/632160924463094549'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2006/11/mit-einem-lemming-durch-wien.html' title='Mit einem &amp;quot;woamen&amp;quot; Lemming durch Wien'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-6377412847320543326</id><published>2006-11-27T09:32:00.000+01:00</published><updated>2010-07-16T10:33:02.878+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikel von Lifka'/><title type='text'>Die zwei Leben der Bella Block</title><content type='html'>&lt;p&gt;Krimi-Wochenende im Literaturhaus: Doris Gercke mit neuem Roman &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Richard Lifka, Wiesbadener Kurier vom 27.11.2006&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;WIESBADEN Jetzt ist sie wieder da: Bella Block. Die beliebte Ermittlerin, die Doris Gercke im Roman &amp;quot;Bella Ciao&amp;quot; literarisch schon hatte sterben lassen. Das war vielen nicht bewusst, denn Bella Block lebt zwei Leben. Bekannter ist sie dem Fernsehpublikum als Kommissarin in der gleichnamigen ZDF-Serie. Die Unterschiede zwischen den beiden Figuren erläuterte Gercke im Programm des Krimiherbstes wie folgt: In den Büchern sei Bella nicht Polizistin, sondern Privatdetektivin. Sie sei weder an regelmäßige Arbeitszeiten, noch an die Stadt Hamburg gebunden. Deshalb erlebe Bella ihre Abenteuer nicht nur in Hamburg, sondern auch in anderen Städten, &amp;quot;was ihr, den Lesern (und mir!) die Möglichkeit gibt, zu reisen und zu schauen&amp;quot;. Bellas Blick auf ihre Umgebung sei in den Büchern ein &amp;quot;weiblicher Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse&amp;quot;. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wieder einen Bella Block-Roman zu schreiben, sei durch die Berichterstattung über den Mordfall Jakob von Metzler und die damit entbrannte Diskussion um Folter in Ausnahmesituation, ausgelöst worden. Der Titel des Buchs &amp;quot;Georgia&amp;quot; ist zweideutig. Einerseits wird eine der Hauptfiguren, Susanne Behrendt, von Paul, ihrem Freund und dem späteren Oberstaatsanwalt, so genannt, andererseits gibt es im gleichnamigen amerikanischen Bundesstaat ein Ausbildungslager für Foltertechniken. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Gerckes Geschichte beginnt 1965, Georgia und Paul studieren Jura. Auf der Suche nach einem Dissertationsthema stößt Paul auf die Arbeiten des Wissenschaftlers Milgram, der durch Versuche mit vorgetäuschten Stromstößen für Aufsehen sorgte. Jeder Mensch sei dazu zu bringen, andere Menschen zu foltern, vorausgesetzt, man fordere ihn mit der notwendigen Autorität dazu auf. Paul gibt vor, Milgram widerlegen zu wollen und bittet Georgia an einem Versuch teilzunehmen. Doch dieser misslingt, denn statt einer Attrappe wird eine funktionierende Anlage eingesetzt. Vierzig Jahre später wendet sich Susanne (Georgia) an Bella und bittet sie um Personenschutz während eines Prozesses, in dem Susanne dem Oberstaatsanwalt Paul Frings nachweisen will, Folterungen auch selbst durchgeführt zu haben. Bella Block zögert, ob sie den Fall annehmen soll. Kurz darauf wird Susanne ermordet. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie aktuell dieses Thema ist, offenbarte nicht nur das anschließende Gespräch Susanne Lewalters mit der Autorin, sondern auch die sehr widersprüchliche und emotionale Diskussion mit dem Publikum. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Überhaupt war das Krimi-Wochenende im Literaturhaus nicht nur unterhaltsam und spannend, sondern zeigte, dass dieses Genre wie kein anderes in der Lage ist, nicht nur aktuelle gesellschaftliche Problematiken literarisch zu verarbeiten, sondern auch ein großes Publikum zu erreichen. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Schon am Samstag präsentierten sich vor vollem Haus zwei hochkarätige Autoren. Beide greifen in ihren neuen Krimis ebenfalls heiße Eisen an. In &amp;quot;Fremde Wasser&amp;quot; von Wolfgang Schorlau, deckt dessen Privatdetektiv Dengler die Machenschaften eines global agierenden Energiekonzerns auf. Am Beispiel der Privatisierung kommunaler Wasserversorgung, wird eindrücklich geschildert, welche Gefahr besteht, wenn lebensnotwendige Einrichtungen unserer Gesellschaft an Unternehmen verkauft werden, die ausschließlich gewinnorientiert handeln. Drehbuch- und Krimiautor Felix Huby las aus &amp;quot;Der Falschspieler&amp;quot;. Der Berliner Kommissar Heiland löst einen Fall, bei dem es um neue Forschungsergebnisse in der Nanotechnologie geht und ein Global Player zu Erreichung seines Ziels vor Mord und Totschlag nicht zurückschreckt. Mit Friedrich Anis &amp;quot;Idylle der Hyänen&amp;quot; fand das Wiesbadener Krimi-Wochenende im Literaturhaus seinen Abschluss. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-6377412847320543326?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6377412847320543326'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/6377412847320543326'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2006/11/die-zwei-leben-der-bella-block.html' title='Die zwei Leben der Bella Block'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-4778392869782007801</id><published>2006-11-04T09:35:00.000+01:00</published><updated>2010-07-16T10:35:24.694+02:00</updated><title type='text'>Immerzu Lust auf noch mehr Bücher</title><content type='html'>&lt;p&gt;Adolf Fink stellt Neuerscheinungen 2006 vor    &lt;br /&gt;WK: Richard Lifka vom 04.11.2006&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;WIESBADEN Neugierige Lesehungrige versammelten sich, wie jedes Jahr, in dem von Baugerüsten umstellten Literaturhaus Villa Clementine, um neue Bücher für die langen Winterabende vorgestellt und empfohlen zu bekommen. Schon am Eingang erhielt jeder eine zweiseitige Liste in die Hand gedrückt. Eine Liste von Buchtiteln, unterteilt in Rubriken, die nicht literaturwissenschaftlichen Gattungsbegriffen, sondern konkreter Anwendbarkeit entsprachen. Angefangen mit &amp;quot;Betrieb, Kritik&amp;quot; über das disjährige Buchmessen-&amp;quot;Gastland Indien&amp;quot;, &amp;quot;No smoking&amp;quot; und &amp;quot;Klaus Kinski&amp;quot; bis zu &amp;quot;Leben &amp;amp; Sterben, Sexualität &amp;amp; Tod&amp;quot;, waren Bücher zusammengestellt, die in diesem Jahr erschienen sind. Wie immer von Adolf Fink (Frankfurter Buchhändlerschule) präsentiert. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seit über 15 Jahren findet diese beliebte Veranstaltung in Wiesbaden mit regem Zuspruch statt: &amp;quot;Neue Bücher, zusammengefegt, ausgewählt, (auf-)gelesen und zu einem bunten Strauß gebunden&amp;quot; - der Titel spricht von einer subjektiven Auswahl: Wie anders soll auch ein Überblick über jährlich etwa 60 000 deutschsprachige Neuerscheinungen möglich sein, wenn nicht nach eigenen Kriterien, Vorlieben und Lesegewohnheiten. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und so gab Buchmarkt-Kenner Adolf Fink mit seinen dreißig vorgestellten Titeln eine reizvolle Übersicht über das, was zurzeit den Literaturbetrieb bewegt, Einblicke in Strömungen und Themen - und vor allem eine Vielzahl von Anregungen. Die Veranstaltung, eine Zusammenarbeit mit dem Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und dem Literaturhaus, dauerte zwar lange (zweieinhalb Stunden), war aber nie langweilig. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine pralle Mischung aus Kommentar und Kritik, Lesung und Hörbuch-Einspielung, Anekdote und Abschweifung ergoss sich über das konzentriert zuhörende und eifrig mitnotierende Publikum. Durch Finks charakteristisch persönlichen, teils heiteren, teils ernsten Vortrag, gepaart mit einer offenen, verständlichen und punktgenauen Sprache, wurde jeder besprochene Titel sofort zu einem Kauffavoriten. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ob nun die autobiografischen Werke von Günter Grass, Joachim Fest oder Imre Kertesz, Live-Mitschnitte von Klaus Kinski als Jesus Christus oder Auseinandersetzungen von Silvia Bovenschen, Martin Walser, Philip Roth oder Helmuth Karasek mit dem Thema Alter präsentiert wurden, oder Bücher über die Raucher-Nichtraucher-Problematik, Kriminalromane des modernen &amp;quot;Hardboiled&amp;quot;-Genres oder der klassischen &amp;quot;Locked Room Mystery&amp;quot;, diese Literatur-Vorstellung bewirkte vor allem eins: Lust auf Bücher und Lust auf noch mehr Lesen. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-4778392869782007801?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4778392869782007801'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/4778392869782007801'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2006/11/immerzu-lust-auf-noch-mehr-bucher.html' title='Immerzu Lust auf noch mehr Bücher'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-2824908917829633728</id><published>2006-09-20T14:34:00.000+02:00</published><updated>2011-11-13T13:35:48.217+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Über Krimi'/><title type='text'>Metzelsupp und andere (un)gesunde Rezepte</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Tatorte Hessen kulinarisch“ – eine Krimianthologie nicht nur zum Lesen&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Von Richard Lifka&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;20.09.2006&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seit Anfang September heißt es im Wiesbadener Kurier „Der Kurier tischt auf. Gesund essen. Fit genießen“. Aber Essen und Trinken hat auch etwas mit Leidenschaft zu tun, und das im zunehmenden Maße. Nicht nur das Zelebrieren der Speisen soll die Sinne ansprechen, auch die Zubereitung wird immer häufiger leidenschaftlich-öffentlich betrieben (Stichwort: Kochduell). Natürlich hatten und haben auch Schriftsteller zu diesem Thema etwas zu sagen beziehungsweise zu schreiben. Man denke nur an „Der Butt“ von Günter Grass oder „Es muß nicht immer Kaviar sein“ von Johannes Mario Simmel. Wie viel stärker aber trifft dies auf Krimiautorinnen und Autoren zu. Verbrechen geschehen aus Leidenschaft, sei es aus Geldgier, Eifersucht, Liebe, Hass oder einer fanatischen Überzeugung heraus. Wie viele Menschen sind schon beim oder nach dem Verzehr einer guten Speise literarisch gestorben. Nicht schlechte Küche oder gar Gammelfleisch, übrigens ein Wort, das beste Chancen hat, zum Unwort des Jahres zu werden, sind ursächlich Schuld am Hinscheiden so manchem ungeliebten Menschen. Eher sind es die unsichtbaren, nicht schmeck- und riechbaren kleinen Beigaben, die normalerweise nicht im Kochbuch stehen. Zur Essenszubereitung und zum Krimischreiben werden Rezepte und Kreativität benötigt. Was liegt also näher, Autoren zu beauftragen, eine Geschichte zu schreiben (zu erfinden?), in der ein Gericht oder ein Getränk eine gewichtige Rolle spielt. Sind es dann noch hessische Krimischreiber, die nach regionalen Spezialitäten recherchieren, kommt eine Anthologie von vierzehn geschmackvollen Kurzkrimis zustande. „Tatorte Hessen kulinarisch“, so lautet der Titel des im Frankfurter Societäts Verlag erschienen Buches. Großen Wert legte der Herausgeber Lothar Ruske auf die praktische Umsetzbarkeit der einzelnen Rezepte – Kochrezepte – und hat sie, nach eigener Aussage, auch alle selbst ausprobiert. Da er noch unter den Lebenden weilt, kann man diese Anthologie getrost seiner Kochbuchsammlung hinzufügen. Spannende Storys und leckere Kochrezepte, die im Buch auch abgedruckt sind, haben die hessischen Mitglieder der deutschsprachigen Krimiautorenvereinigung „Syndikat“ zusammengetragen. So variantenreich die Mordgeschichten sind, so unterschiedlich sind auch die Rezepte und ihre regionale (hessische) Herkunft. Ob in Frankfurt zwei Frauen sich bei „Grüner Soße“ kennen lernen und daraus eine lebensverändernde Begegnung wird, in der Rhön ein Mann seine Ex-Gattin mit vorgehaltener Waffe zwingt, ihm „Grüne Pfannkuchen“ zu machen, in Wiesbaden-Frauenstein eine peinliche Liebeserklärung bei „Armer Ritter“ ihr grausames Ende findet, beim Verzehr eines „Vogelsberger Milchzicklein“ oder bei der Zubereitung von „Metzelsupp“ (Schlachtsuppe) sich menschliche Tragödien abspielen, die Geschichten und Rezepte verdeutlichen die kriminalliterarische als auch lukullische Vielfalt Hessens. Wer nun immer noch nicht genügend Anregungen für köstlich-mörderische Gerichte hat, dem sei das im KBV Verlag erschienene Buch „Arsen und Kartöffelchen“ empfohlen, dreißig Kurzkrimis rund um die „tollen Knollen“ inklusive zehn Kartoffelrezepten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Infos:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;„Tatorte Hessen kulinarisch“; Hrsg. Lothar Ruske, Frankfurt 2006; ISBN 3-7973-1006-4   &lt;br /&gt;„Arsen und Kartöffelchen“ ´, Hrsg. Marita &amp;amp; Jürgen Alberts, Hillesheim 2006; ISBN 3-937001-94-8&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-2824908917829633728?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2824908917829633728'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/2824908917829633728'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2006/09/metzelsupp-und-andere-ungesunde-rezepte.html' title='Metzelsupp und andere (un)gesunde Rezepte'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2253973209356012663.post-8084685291185408221</id><published>2006-06-25T14:30:00.000+02:00</published><updated>2011-11-13T13:33:00.196+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Über Krimi'/><title type='text'>Richter, Revolutionär und Krimiautor</title><content type='html'>&lt;p&gt;Der Schriftsteller Jodocus Donatus Hubertus Temme&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Von Richard Lifka&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;„ ... Es war gegen sieben Uhr, als er durch das Spitalhölzli ging ... Am Fuße der Anhöhe, die er zur Fortsetzung seines Weges hinaufsteigen musste, sah er einen Mann auf dem Boden liegen, dicht neben dem Wege, nach dem Flusse hin. Er dachte, es sei ein Betrunkener, kümmerte sich daher nicht weiter um ihn und setzte seinen Weg fort.“ &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;So beginnt der Kriminalroman „Studentenmord in Zürich“ von Jodocus Donatus Hubertus Temme. Ein Name, den der passionierte Krimileser sicherlich nicht so schnell vergessen würde, hätte er ihn schon einmal gehört oder einen Roman von ihm zu Gesicht bekommen. Aber der Schriftsteller, wohl einer der meistgelesenen Krimiautoren seiner Zeit und wichtigste Vertreter der deutschen Kriminalprosa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde vergessen und seine Bücher sind vielleicht noch in einem Antiquariat zu finden. J.D.H. Temme wurde 1798 in Westfalen geboren. Zunächst sah alles nach einer glanzvollen juristischen Karriere aus: 1839 wird er zum Rat am neu eingerichteten Kriminalgericht in Berlin ernannt, wo er 1842 zum Zweiten Direktor avancierte. 1845 aber wurde er wegen zu &amp;quot;liberaler&amp;quot; Äußerungen nach Tilsit strafversetzt. Drei Jahre später kehrte er als Staatsanwalt zurück und wurde Mitglied der Berliner Nationalversammlung. In Münster verurteilte ihn 1851 die wieder erstarkte Reaktion als aktives Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung wegen Aufruhrs und Hochverrats, nach dem er zuvor mehrere Jahre in Untersuchungshaft gesessen hatte. Temme wurde aus dem Dienst entlassen und verlor seine Pensionsansprüche. Für kurze Zeit arbeitete er als Redakteur bei der Neuen Oderzeitung, musste jedoch, nach neuerlichen politischen Attacken, mit seiner Familie in die Schweiz emigrieren. Dort blieb er bis zu seinem Tod 1881. In Zürich bekam er zwar eine Professur an der Staatswissenschaftlichen Fakultät, blieb allerdings unbesoldet, was für den Juristen ein herber Schlag, für die Kriminalliteratur aber ein Glücksfall war. Temme musste seinen Lebensunterhalt verdienen, indem er seine Erlebnisse bei Gericht zu literarischen Erzählungen ausarbeitete. Zwar hatte er schon im Gefängnis vier Romane geschrieben, von denen drei bald schon als „Revolutions-Romane“ verboten wurden, der überwiegende Teil seines Werkes entstand jedoch in der Schweiz. Von den vielen Veröffentlichungen seien hier nur die vierbändige Sammlung „Deutsche Criminalgeschichten“ von 1858/59 und die zehn Bände „Criminal-Novellen“ von 1860-64 erwähnt. 1872 erschien der schon erwähnte Krimi „Studentenmord in Zürich“, den Temme selbst als die Wiedergabe eines „Kriminalprozesses über einen politischen Mord, der noch immer in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt ist“ bezeichnete. Der auf Tatsachen beruhende Fall wird akribisch nachgezeichnet, des Ermordeten Lebensumstände skizziert und die letzten Lebenstage anhand von Gerichtsakten und Zeugenaussagen rekonstruiert. Der „Studentenmord in Zürich“ ist nicht nur eine literarisch verarbeitete Gerichtsberichterstattung, sondern zeichnet auch ein sorgsam gestaltetes Sittenbild der Schweiz aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zählt zu den Vorläufern des modernen Kriminalromans, der mehr bietet als das bloße Lösen eines detektivischen Rätsels à la Poe oder Conan Doyle. Ein Nachdruck der Erstausgabe erschien diese Tage in der Reihe „Schweizer Texte“. Ein spannendes und aufschlussreiches Buch für alle, die sich für Kriminalliteratur interessieren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Info:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Temme, Jodocus Donatus Hubertus   &lt;br /&gt;Der Studentenmord in Zürich    &lt;br /&gt;Criminalgeschichte    &lt;br /&gt;Herausgegeben von Paul Ott und Kurt Stadelmann    &lt;br /&gt;Reihe: Schweizer Texte, Neue Folge. Band: 23    &lt;br /&gt;2006. 114 S. ISBN 3-0340-0768-X&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2253973209356012663-8084685291185408221?l=artikelvonlifka.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8084685291185408221'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2253973209356012663/posts/default/8084685291185408221'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://artikelvonlifka.blogspot.com/2006/06/richter-revolutionar-und-krimiautor.html' title='Richter, Revolutionär und Krimiautor'/><author><name>Richard Lifka</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry></feed>
